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Katalonien

Katalonien

In vielen Bereichen gelten die Katalanen als die Avangardisten Spaniens. Auch für den Wein trifft das zu. Als Josep Raventós 1872 seinen ersten Schaumwein in Barcelona vorstellte, brach nicht nur für die Weinwirtschaft Kataloniens, sondern die Spaniens die Neuzeit an. Vorreiter blieb bis vor kurzem das Penedès. San Sadurni d’Anoia mauserte sich zur Kapitale des Cava.




Arturo Ramos mit den Söhnen Oscar und Alex
Caves Soler-Jové in Sant Sadurní d'Anoia

Arturo Ramos ist eine Persönlichkeit in der Cava-Kapitale Sant Sadurní d'Anoia. Täglich erscheint er pünktlich im Büro und wacht über das Geschehen, das inzwischen in den Händen seiner Söhne Oscar und Alex liegt. Der nördlich von Barcelona geborene Katalane machte bei einer bekannten Kellerei mit dem Vertrieb von Rotwein Karriere, bis er sich im Alter von 52 Jahren entschloss, seine Vorliebe für Cava in die Praxis umzusetzen.

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Avantgardistisches Katalonien

In vielen Bereichen gelten die Katalanen als die Avangardisten Spaniens. Auch für den Wein trifft das zu. Als Josep Raventós 1872 seinen ersten Schaumwein in Barcelona vorstellte, brach nicht nur für die Weinwirtschaft Kataloniens, sondern die Spaniens die Neuzeit an.

Vorreiter blieb bis vor kurzem das Penedès. San Sadurni d’Anoia mauserte sich zur Kapitale des Cava, in dem man die aus der Champagne eingeführte Technik der Flaschengärung mit den einheimischen Rebsorten Macabeo, Xarello und Parellada verband.Verbunden damit investierte man auch frühzeitig in moderne Pressen und Temperaturkontrolle. Während sich die Region nach der Reblauskrise zunächst auf die Erzeugung von Massenwein verlegte und u.a. Sektgrundweine produzierte, gewann die Cava-Herstellung kontinuierlich an Bedeutung. In den 1960er Jahren zogen dann die stillen Weine nach, nicht zuletzt durch die Weitsicht von Miguel Torres und anderer Önologen. Zusätzlich zu den bewährten einheimischen Rebsorten pflanzten sie den Ull de Llebre genannten Tempranillo, aber führten auch Cabernet Sauvignon und Pinot Noir, Chardonnay und Sauvignon und weitere Sorten ein und vinifizierten moderne, aromatische, ansprechende Weine, mit denen sie beachtliche Exporterfolge erlangten und anderen spanischen Regionen als Beispiel dienten.

Das Penedès, 50 Kilometer südlich von Barcelona gelegen, bietet sich für diesen breiten Sortenspiegel an, denn es verfügt über drei unterschiedliche Anbauzonen. Das Untere Penedès beginnt direkt im Hinterland der Mittelmeerküste und reicht nach Westen bis auf eine Höhe von 250 Metern. Dort schließt sich das Mittlere Penedès an, das Höhen von 250 bis 500 Meter umfasst, worauf das Hohe Penedès folgt, in dem Weinberge bis auf eine Höhe von 850 Metern ansteigen. Die in beiden letzten Zonen überwiegt kreidehaltiger Kalkstein, der es auch ermöglichte Kilometer von Kellern – wie in der Champagne – in den Boden zu graben, während zur Küste hin Schwemm- und Sandböden vorherrschen. Bevorzugt werden weiße Sorten für die Cava-Produktion angebaut, aber auch für leichte, frische Weißweine. Doch rote Sorten stellen heute immerhin gut 10 000 der 28000 Hektar Rebfläche, wobei man insbesondere mit dem Cabernet Sauvignon in Cuvées oder sortenrein beachtliche Qualität erreicht.

Als erste Region Spaniens hat Katalonien inzwischen eine ihr ganzes Anbaugebiet und die neun Denominaciones de Origen überspannende Appellation, die D.O. Catalunya erhalten. Dies erlaubt den großen Handelshäusern ausgewogene Cuvées zu komponieren. Dagegen setzen in den D.O.s Empordá-Costa Brava, Pla de Bages, Alella, Costers del Segre, Conca de Barberá, Priorat, Tarragona, Terra Alta, aber auch im Penedès viele Güter und Keller auf eigenes Profil und regionalen Charakter, was insbesondere den Winzern im Priorat mit Weinen auf der Basis von Garnacha und Carinyena hervorragend gelang.