Venetien

Venetien oder auf italienisch Veneto verdankt seinen Namen und seine Bedeutung der Stadt Venedig, die über Jahrhunderte den Wein aus ihrem Hinterland vermarktete. Von ihrer Lagune und der Adriaküste erstrecken sich die Rebfelder über Ebenen und Hügel bis an den Rand der Alpen. Sie machen ein Drittel Venetiens aus und bilden einen wirksamen Schutz gegen kühle Luftströmungen und Schlechtwetter.

Nach Apulien und Sizilien ist das Veneto die – vom Volumen her – drittgrößte Weinregion Italiens und verfügt über ein Fünftel sämtlicher DOC-Gebiete des Stiefels. Von ihnen sind nur wenige bislang international bekannt geworden.

Vom Gardasee und aus den Lagen um Verona im Westen kommen drei klassische Weine, die zu den populärsten Weinbotschaftern Italiens zählen: der weiße Soave und die leichten Rotweine Valpolicella und Bardolino, sowie der herausragende Amarone. Hier dominieren autochtone Sorten, vor allem die Garganega des Soave und die Corvina des Valpolicella. Der zentrale Teil der Region wird von Hügeln wie den Colli Berici bei Bregenz oder den Colli Euganei, südwestlich von Padua, bestimmt, die im Prinzip gute Voraussetzungen für reizvolle Weine bieten, aber den Beweis dafür hat bislang nur eine Gruppe von Ausnahmewinzern erbracht.

Auf diesen Lagen dominieren internationale Sorten wie die beiden Cabernets und die Pinot-Varianten, allen voran der Pinot Grigio. Abgesehen vom – aus der gleichnamigen Sorte erzeugten – Prosecco auf den Hügeln zwischen Valdobbiadene und Conegliano, wo sich übrigens Italiens älteste 1877 gegründete Weinbauforschungsanstalt befindet, werden in den so ausgedehnten wie unbekannten DOC-Gebieten Piave und Lison-Pramaggiore vor allem Pinot Grigio und Weißburgunder, Chardonnay und Sauvignon, die Cabernets und Merlot angebaut. Auf den Schwemmböden steht und fällt die Qualität der Weine einzig und allein mit dem qualitativen Engagement ihrer Erzeuger.