Piemont

Das Piemont im Nordwesten Italiens liegt – wie der Name besagt – zu Füssen der Berge, nämlich der Alpen und der Apenninen. Erstere sieht man man bei klarem Wetter am Horizont aufragen. Obwohl schon Kelten und Ligurer im Piemont Wein anbauten, wird dessen Wein erst ab dem 13. Jahrhundert  bekannt, in dem seine berühmteste Sorte, der Nebbiolo, Erwähnung findet.

Bis ins 19. Jahrhundert werden die Weine aber süß ausgebaut und erst Graf Camillo Cavour, der als Politiker an der Einigung Italiens maßgeblich beteiligt war, gab den Anstoß zur Kelterung trockener Rotweine nach französischem Vorbild, wozu er den französischen Önologen Louis Oudart engagierte. Dank seines Einflusses erlangte der nach seiner Herkunft Barolo genannte Wein schnell Ruhm und Anerkennung und diente anderen Gutsbesitzern bei Alba als Beispiel. Der eigentliche Aufstieg des Piemonts erfolgte jedoch erst ab den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, als mehr und mehr Winzer sich selbständig machten und dann auch aus anderen Sorten, vor allem aus Dolcetto und Barbera überzeugende Weine vinifizierten.

Die flächenmäßig größte Region Italiens steht in punkto Wein auf dem sechsten Rang, doch ihre beiden Spitzenappellationen Barolo und Barbaresco gelten als die größten Rotweine des Landes. Insgesamt verfügt das Piemont über 50 Appellationen, von denen die bekanntesten in seinem nördlichsten Zipfel Gattinara und Carema sind, beide ebenfalls Hochburgen des Nebbiolo, der hier Spanna, bzw. Picutener heißt. Die eigentlichen Zentren des Weinbaus sind die Städte Alba und Asti mit den Landschaften der Langhe und des Monferrato. Dessen  südlicher Teil mit der Stadt Canelli ist die Heimat des lieblichen Schaumweins Asti, der aus Moscato-Trauben hergestellt wird.

Der große Aufschwung kam mit den trockenen Rotweinen aus Barbera, die über die Hälfte des Rebbestands ausmacht, wie Barbera del Monferrato, Barbera d’Asti, Barbera d’Alba sowie den Dolcettos von Alba, Asti und Acqui. Auch mit französischen Sorten, vor allem Cabernet Sauvignon und Chardonnay (als Vino di Tavola, heute als IGT) verbuchen die Piemonteser beachtliche Erfolge. Nur bei den Weißweinen tun sie sich sonst eher schwer mit Ausnahme des Gavi aus der Sorte Cortese und dem Arneis, der in Roero und der Langhe – allerdings nur bei Spitzenwinzern wirklich – überzeugt.