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Friaul

Friaul

Die Region im Nordosten Italiens, die im Norden an Österreich und im Osten an Slowenien grenzt, wird meist kurz Friaul oder Friuli genannt. Ihr Weinbau reicht mindestens 3000 Jahre zurück. Zu Zeiten der Römer war sie bereits wegen der Güte und der Menge ihrer Weine bekannt. Als Grenzland erlebte das Friaul immer wieder wechselnde Machtverhältnisse, die auch auf seinen Weinbau Einfluss nahmen.




Luca Cielo
Azienda Agricola Pradio in Felettis di Bicinicco

„Winzer seit 1908“, so steht es auf dem Briefpapier der Familie Cielo. Großvater Pietro Cielo betrieb erst Weinhandel. Ende der 30er Jahre kaufte er einige Hektar Rebland in einer Anbauzone, die später als Friuli Grave DOC ausgewiesen wurde. Pietro verstand sich als Traubenproduzent und verkaufte seine gesamte Ernte an den lokalen Handel.

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Önologe Daniele Calzavara mit Präsident Dr. Guiseppe Crovato
Cantina di Bertiolo in Bertiolo

Die Cantina di Bertiolo ist eine Genossenschaft der besonderen Art. Zu ihr schlossen sich zehn alte adelige Winzerfamilien 1960 zusammen, um sich gemeinsam einen Ruf für Qualitätsweine zu erwerben. So ungewöhnlich es erscheinen mag, aber die gemeinsame Vision hat es den Familien erlaubt, ihre Tradition zu bewahren, ohne den Anschluß an die Gegenwart zu verpassen.

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Friaul-Julisch-Venetien

Die Region im Nordosten Italiens, die im Norden an Österreich und im Osten an Slowenien grenzt, wird meist kurz Friaul oder Friuli genannt. Ihr Weinbau reicht mindestens 3000 Jahre zurück. Zu Zeiten der Römer war sie bereits wegen der Güte und der Menge ihrer Weine bekannt.

Als Grenzland erlebte das Friaul immer wieder wechselnde Machtverhältnisse, die auch auf seinen Weinbau Einfluss nahmen. So eroberte Venedig Anfang des 15. Jahrhunderts seinen westlichen Teil mit der Hauptstadt Udine und zog rote Rebsorten vor, während der Osten um Görz oder Gorizia von den Habsburgern beherrscht wurde, die Weißwein liebten. 

Während die nördliche Hälfte des Friauls von den Alpen und den Voralpen eingenommen wird und sich nicht für Weinbau eignet, teilen sich die südliche Hälfte acht DOC-Gebiete. Das größte von ihnen ist das zentrale Friuli Grave mit der aus Schwemmböden gebildeten weiten Ebene des Tagliamento. Im Küstenstreifen, wo Sand, Kalk und Torf die Böden bestimmen, schließen sich von West nach Ost Friuli Latisana, Friuli Annia und Friuli Aquilea an. An der östlichen Grenze der Weinregion erstrecken sich die Hügellandschaften der Colli Orientali del Friuli und des Collio Goriziano.

Auf ihren Südhängen reifen beachtliche Rotweine, während auf den Nordlagen kräftige, charaktervolle Weißweine entstehen. Weiter südlich folgen das Isonzo mit seinem hochwertigen aus Mergel- und Sandsteinschichten gebildeten Flysch und dann das Carso, die sich weit nach Süden erstreckenden und an Slowenien grenzenden Karsthügel, die Triest umspannen.

Noch vor 40 Jahren dominierten im Friaul eindeutig rote Sorten, allen voran der nach der Reblausplage gepflanzte Merlot. Vor allem in den 1980er Jahren begann sich das Bild zu ändern. Mit dem Einzug von moderner Keller- und insbesondere Kältetechnik gelang es, sehr überzeugende Weißweine aus dem einheimischen Friulano –- damals noch Tocai Friulano genannt - aber auch aus Pinot Grigio, Chardonnay und Sauvignon zu produzieren. Während es gute Merlot- und Cabernet-Weine gibt, setzen die besten Winzer zunehmend auf die einheimischen Sorten Refosco, Schiopettino und Pignolo, ob sortenrein oder im Verschnitt. Spezialitäten sind die süß ausgebauten Sorten Picolit und Verdezzo, der am Besten in der DOCG Ramandolo im Nordwesten der Colli Orientali gedeiht.