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Südwesten-Süden

Südwesten-Süden

Der „Vin de Pays“, so die französische Bezeichnung für den Landwein, ist buchstäblich in aller Munde. Als er 1973 als gehobene Stufe des einfachen Tafelweins ins Leben gerufen wurde, ahnte noch niemand, welchen Siegeszug der Vin de Pays in Frankreich und der Welt antreten würde. Der Motor dieser rasanten Entwicklung war und ist Südfrankreich.




Regiert auch im Keller: Hervé Lapebie
Cave de Gan in Gan

Hervé Lapebie, der heute über die hypermoderne Kellerei der Cave in Gan regiert, amüsierte sich schon als Kind im Bistro seiner Großeltern damit, nach einem Fest die Reste in den übrig gebliebenen Flaschen zu assemblieren und daraus ein ansprechendes Bouquet zu komponieren.

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Gilles Baumann mit Frau Janine
Laure und Gilles Baumann in Gondrin

Als Gilles und Janine Baumann 1974 das Gut ihrer Großeltern an der D 931 zwischen Eauze und Condom übernahmen, sahen die Zeiten anscheinend noch rosig aus. Doch das junge Paar, dem auch 12 Hektar Weinberge zufielen, von deren Trauben ausschließlich Armagnac gebrannt wurde, glaubte nicht an die Zukunft der althergebrachten Hofstruktur. Heute packt Tochter Laure tatkräftig mit an.

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Stéphanie und Olivier Ramé in ihrem Weinberg
Olivier Ramé in Ventenac-Cabardès

Olivier Ramé, der Schwiegersohn von Alain Maurel, kam erst durch seine Liaison mit Stéphanie Maurel zum Wein. Ursprünglich arbeitete er im Finanzsektor und genoß die Vorzüge der Großstadt Paris. Erst als er in die Abläufe eines Weingutes involviert wurde und Gefallen am Wein fand, freundete sich auch sein Schwiegervater mit der Idee an, Olivier in die Abläufe einzubeziehen.

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Gabriel Ruetsch wusste schon in der Schule was er will
Vignobles Foncalieu in Arzens

„Ich bin Argentinier, 1969 in Mendoza geboren und dort aufgewachsen. Meine vier Großeltern sind aus verschiedenen Ländern: Mein Großvater väterlicherseits war Schweizer, meine Großmutter Deutsche, mein anderer Opa Spanier und die Großmutter mütterlicherseits Argentinierin.“ Schon auf der Schule entschied sich Gabriel Ruetsch für Weinbau und Önologie.

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Die Landweine aus Südfrankreich

Der „Vin de Pays“, so die französische Bezeichnung für den Landwein, ist buchstäblich in aller Munde. Als er 1973 als gehobene Stufe des einfachen Tafelweins ins Leben gerufen wurde, ahnte noch niemand, welchen Siegeszug der Vin de Pays in Frankreich und der Welt antreten würde.

Der Motor dieser rasanten Entwicklung war und ist Südfrankreich. Viele Winzer, die ihre Weine bis dahin unter den Appellationsbezeichnungen des Languedoc und Roussillon vermarktet hatten, erkannten in den Landweinen die große Chance, ihr Spektrum an modernen Gewächsen, die dem internationalen Geschmack entsprachen, erheblich auszuweiten.

Anders als die oftmals engen Regelwerke der Qualitätswein-Appellationen räumen die Landwein-Statuten dem Winzer eine weiter gefächerte Auswahl an Rebsorten ein: Entsprechend groß sind die Möglichkeiten, Neues auszuprobieren und die Welt mit ansprechenden Innovationen zu überraschen. Pioniere wie Pierre Degroote, Pierre Bésinet, die Familie Teisserenc und andere nutzten die neuen Freiheiten schon früh und begannen in großem Stil internationale Edelreben wie Chardonnay und Sauvignon Blanc sowie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah zu pflanzen. Der Erfolg stellte sich rasch ein, und heute sind diese ansprechenden „Vins de cépages“ (Rebsortenweine) nicht mehr aus dem Midi wegzudenken.

Das Gros der Landweine des Midi wird unter der Bezeichnung „Vin de Pays d’Oc“ vermarktet, die die gesamte Region zwischen Perpignan und Avignon abdeckt. Zusätzlich gibt es kleinere Gebiete wie zum Beispiel „Vin de Pays de Côtes de Thongue“.

Obwohl Landweine nominell unterhalb der Ebene der Appellation-Contrôlée-Weine angesiedelt sind, ist ihre Qualität oft mindestens ebenbürtig. Einige Erzeuger bereiten sogar Landweine, die es ohne weiteres mit den nobelsten Cru-Classés aufnehmen können. Beispiele sind der „Cigalus“, ein niveauvoller Cabernet-Merlot von Gérard Bertrand, oder der „Paradoxe“ der Domaine de l’Arjolle. Bei Kennern genießen diese konzentrierten und intensiven Weine „Kultstatus“.