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Roussillon

Roussillon

Das Roussillon, im Jahr 1790 zum Département der Pyrénées-Orientales ernannt, ist Frankreichs südlichste Provinz. Schon im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung führten griechische Siedler den Weinbau an seiner Küste ein. Es stellt sich als ein gigantisches antikes Theater dar, das eine Vielzahl an Lagen beinhaltet, die dem Weinbau günstige Bedingungen bieten.

Côtes du Roussillon

Das Roussillon, im Jahr 1790 zum Département der Pyrénées-Orientales ernannt, ist Frankreichs südlichste Provinz. Schon im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung führten griechische Siedler den Weinbau an seiner Küste ein.

Von den Pyrenäen im Süden und Westen, den Corbières im Norden und dem Mittelmeer im Osten begrenzt, stellt es sich als ein gigantisches antikes Theater dar, das eine Vielzahl an Lagen beinhaltet, die dem Weinbau günstige Bedingungen bieten. Die Appellation Côtes du Roussillon Villages liegt im Norden des Département und ist ausschließlich den Rotweinen von 32 Gemeinden vorbehalten, in denen 2.000 Hektar Weinberge bewirtschaftet werden. Der Agly schlängelt sich durch dieses karge, trockene, windreiche und bergige Gebiet, in dem die Sonne 2.500 Stunden im Jahr scheint. Bis vor wenigen Jahren dominierten die Genossenschaften, doch in letzter Zeit kam es zu einer Vielzahl von Neugründungen durch einheimische Winzer und Investoren, die das Potenzial der Region lockte.

Auf den Hängen aus Schiefer, Granit oder Kalkstein gestatten die Rebstöcke von Natur aus nur geringe Erträge völlig gesunder Trauben und eine optimale Reife, sodass die Weine nicht angereichert werden müssen (und laut Gesetz auch nicht dürfen). Die traditionellen Rebsorten sind Carignan, die hier ihre höchste Qualität erreicht, sowie Grenache Noir bzw. ihr naher Verwandter Lladoner Pelut. Seit der Zuerkennung der Appellation 1977 haben die Winzer große Anstrengungen unternommen und durch das Anpflanzen von Syrah und Mourvèdre den Sortenspiegel um zwei weitere hochwertige südliche Rebsorten erweitert, die den Weinen intensivere Aromen, vielfältigeren Ausdruck und feinere Struktur verleihen.

Im Fenchelland

Caramany auf seinem Felsbuckel ist ein reizvolles Dorf, von dem aus man die Region der Fenouillèdes – des Fenchellandes – gut erkunden, aber auch die Strände der Mittelmeerküste in einer Stunde erreichen kann.

Die Gemeinde selbst bietet sieben Ferienwohnungen und einen einfachen Campingplatz an, doch auch mehrere Privatpersonen vermieten Ferienhäuser im Dorf. Heute überblickt es einen vor etwa 15 Jahren angelegten Stausee, der ihm eine eigene Badestelle beschert hat. In der Auberge du Grand Rocher kann man auf Bestellung eine opulente Paella essen.

Zu Füssen des Nachbardorfes Ansignan steht das beeindruckendste Rätsel der Region: das Aquädukt. Das aufwändige Bauwerk wurde von den Römern errichtet und erfüllt noch heute seine doppelte Bestimmung. Es leitet das höher im Tal aus dem Agly abgezapfte Flusswasser auf die andere Uferseite, um dort die Gärten zu bewässern und über die überdachte Brücke kann man den Fluss bequem überqueren. Bislang hat noch niemand herausgefunden, warum die Römer es an dieser Stelle errichten, denn kein anderes Zeugnis ihrer Präsenz wurde im Tal entdeckt.

Wer sich einen Überblick über die Weinproduktion des Fenouillèdes machen möchte, sollte in Maury ins Pichenouille schauen. Diese Restocave funktioniert nach einem originellen Konzept. Sie ist tagsüber Weinfachhandlung, aber verwandelt sich zu den Essenszeiten in ein Restaurant. Dann nehmen alle Gäste an dem einzigen langen Tisch Platz und genießen die alle zwei Tage wechselnden (eine Seltenheit in Frankreich!), günstigen und schmackhaften Menüs. Dazu kann man sich dann die Weine aus dem Ladenangebot bestellen und zu Ladenpreisen probieren. Wirt und passionierter Weinhändler Jean Pla führt praktisch sämtliche Kellereien und Güter des Gebiets und überrascht fortwährend mit den neuesten Weinkreationen.      

Mairie de Caramany
Place de la mairie   
66720 Caramany
Tel.  +33 468 84 51 85  Fax +33 468 84 54 77
mairie.caramany@wanadoo.fr                                            
http://village.de.caramany.neuf.fr/

Restocave Le Pichenouille
33, Avenue Jean Jaurès
66460 Maury
Reservation: +33 468 59 02 18
www.restocave.com
Mi (im Sommer) Ruhetag, So-Abend nur auf Bestellung

Die Winzer
Patrick de Marien ist seit 1987 Präsident der Genossenschaft
Cave des Vignerons in Embrès-et-Castelmaure

An diesem Morgen Ende September hatte der Nordwestwind mächtig aufgedreht. Eisig fegte er über die zerklüfteten Hügel der Corbières. Zur Freude der Winzer hatte er die drohenden Wolken vom Himmel verjagt. Patrick de Marien rieb sich die Hände. „Heute machen wir Eiswein“, scherzte er. Er hatte seinen Lesehelfern empfohlen, auszuschlafen. „Später werde ich ihnen ein paar Hühner kaufen, um sie bei Laune zu halten.

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Simon Dauré
Familie Dauré in Cases-de-Pène

Die Daurés waren zunächst Weinhändler im Roussillon. Ihr – auf natursüßen Vins doux naturels basierender – Apéritifwein hatte sie in ganz Frankreich bekannt gemacht. Aber die Brüder Dauré erkannten früh genug, dass die goldene Zeit dieser schweren und süßen Weine zu Ende ging, und verkauften ihre Marke, ihr Unternehmen. Stattdessen erwarben sie das Schlossgut bei Cases-de-Pène, nordwestlich von Perpignan.

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Vereinte Kräfte: Das Team des Winzervereins Calce
Winzerverein in Calce

Die Vignerons du Château de Calce sind die kleinste und ungewöhnlichste Winzergenossenschaft im Roussillon. Nachdem ihr Präsident Jean-Claude Balmigère jedenfalls offiziell in den Ruhestand getreten ist, teilen sich seine Tochter Valérie und Winzer-Neuling Maximilien Paillard diese Ehre, üben aber in der täglichen Realität gemeinsam die Funktionen des Kellerei-Direktors und Mädchen-für-alles unentgeltlich aus.

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