Baden

Von einem Weinbaugebiet, das sich in Nord-Südrichtung über nicht weniger als 400 Kilometer erstreckt, darf man erwarten, dass es sich entsprechend vielgestaltig präsentiert. Von der Tauber im Norden bis zum Bodensee im Süden findet sich eine große Vielzahl unterschiedlicher Landschaften, Klimazonen, Rebsorten und Weinstile. In Tauberfranken, an der Badischen Bergstraße und im Kraichgau stehen Rivaner, Riesling und Schwarzriesling im Vordergrund. Die Ortenau, die geografische Mitte Badens, wartet dagegen primär mit Spätburgunder und Riesling auf. Steile Südhänge und die vom Rhein her einströmende Warmluft sorgen für ein warmes Grundklima, das nicht zuletzt den Anbau hochwertiger Rotweine begünstigt. Zudem sorgen nächtliche kühle Fallwinde, die vom Schwarzwald herüber wehen, für Klimabedingungen, die Ausbildung komplexer Aromen sehr begünstigen.

Südbaden, insbesondere der Kaiserstuhl, gilt als Burgunderland: Dort ist die ganze Rebsortenfamilie vertreten, vom eleganten Weißburgunder über den kräftigen Grauburgunder bis hin zum roten Spätburgunder, dessen samtig-kraftvolle Weine zunehmend im kleinen Eichenfass ausgebaut werden. Das Markgräflerland an der Grenze zur Schweiz wartet mit einer Besonderheit auf, dem Gutedel, einer feinfruchtigen Weißweinspezialität, die in der Schweiz auch als Chasselas bekannt ist.

So unterschiedlich sich die einzelnen badischen Regionen präsentieren, eines ist ihnen gemeinsam: Sie sind „von der Sonne verwöhnt“, wie der einprägsame Slogan der badischen Winzer unterstreicht. Nicht von ungefähr fiel die Entscheidung, das gesamte Anbaugebiet als einzige deutsche Weinregion der EU-Anbauzone „B“ zuzuordnen. Die Weine müssen dort höhere Oechslegrade aufweisen als anderswo in Deutschland. Hieraus resultieren körperreichere und fülligere Stile. Reichlich Sonnenscheinstunden und die wohl wärmsten Orte Deutschlands am Kaiserstuhl sorgen dafür, dass dies auch gut gelingt.