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Über Bouvet-Ladubay in St.-Hilaire-St.-Florent


Der Créateur

Einst einer der größten Erzeuger von Brut in Frankreich, erlebte Bouvet-Ladubay lange Zeiten des Niedergangs und kam 1931 unter den Hammer. Damals erhielt Justin Marcel Monmousseau, der Großvater des heutigen Generaldirektors, den Zuschlag.

Er betrieb bereits eine eigene Schaumweinkellerei in Montrichard in der Touraine, westlich von Tours, die seinen Namen trug und ihm immer ans Herz gewachsen blieb. Er beauftragte Patrice Monmousseaus Vater, sich um die Neuerwerbung zu kümmern, bestimmte aber, dass deren Crémants nicht mit der Marke Monmousseau konkurrieren dürften. Damit waren dem Vater die Hände gebunden und Bouvet-Ladubay stagnierte bei einer Produktion von 350.000 Flaschen im Jahr.

„Kaum war 1970 der 65. Geburtstag meines Vaters gekommen“, erzählt Patrice, „rief er mich zu sich und sagte: Voilà, hier ist mein Büro, da mein Telefon, hier die Schlüssel. Ich ziehe mich zurück. Du musst jetzt allein klarkommen.“ Patrice hatte zuvor sämtliche Etappen der Schaumweinerzeugung aus erster Hand erlernt und war beim Großvater in der Touraine als Chef de Cave beschäftigt. Zuversichtlich nahm er die Herausforderung an. Als Erstes entwarf er eigenhändig neue Etiketten – „dafür habe ich eine gewisse Begabung“ –, dann reiste er durch ganz Frankreich, um seine Weine anzubieten. Innerhalb von zwei Jahren hatte er den Absatz mehr als verdoppelt.

Seinen Erfolg konnte er weder genießen noch fortsetzen, denn der Großvater starb und ein dramatisches Tauziehen um die Firma war die Folge. Schließlich übernahm die bekannte Champagner-Marke Taittinger Bouvet-Ladubay. Patrice Monmousseau blieb – unter der Bedingung, dass ihm niemand in die Geschäftsführung hineinredete. Zwischendurch gab es einen Verkauf an die indische Bier- und Spirituosengruppe UB, der mit der Übernahme von Juliette und ihrem Vater Patrice Monmousseau am 18. November 2015 ein Ende nahm.

Damals benötigte Patrice nur wenige Jahre, um die Marke seines Großvaters weit zu überholen. Inzwischen hat sich Bouvet-Ladubay auch mit weiteren Cuvées wie Trésor und Les Nonpareils, herausragenden trockenen Weinen, internationale Anerkennung erworben und in den letzten 25 Jahren mehr als 130 Auszeichnungen erhalten.

Bei Schaumweinen spielt das Marketing eine große Rolle. Begeistert vom Motorsport, assoziierte Patrice Monmousseau Bouvet-Ladubay mit den Rennen in Le Mans. Da Saumur die Heimat der berühmtesten Reitschule Frankreichs ist, förderte er dort jede Form von Pferde-Events. Dann aber verbot Minister Evin die Verbindung zwischen Alkohol und Sport. Patrice vollzog eine Kehrtwendung und konzentrierte sich fortan auf seine zweite Leidenschaft: moderne Kunst.

Als ihm die Gemeinde 1992 anbot, das gegenüberliegende frühere Theater von Bouvet-Ladubay zurückzukaufen, griff er zu und verwandelte es in sechs Monaten in das Centre d’Art Contemporain. Schnell gewann dieses einen internationalen Ruf durch seine avantgardistischen Ausstellungen. Dann kreierte Patrice Monmousseau, ständig voller neuer Ideen, die Journées Nationales du Livre et du Vin, die jedes Jahr Frankreichs berühmteste Buchautoren für mehrere Tage zusammenbringt. Außerdem restaurierte er das Theater. Jean-Claude Brialy weihte es ein.

Das faszinierendste Werk hat Patrice Monmousseau aber in den Kellergalerien realisiert. „In diesem Tuffstein, der sich in 40 Millionen Jahren aus Ablagerungen von Schalentieren gebildet hat, sind von Anfang an alle Schlösser, Denkmäler und Kunstwerke angelegt“, träumte er. „Für diejenigen, die man tatsächlich geschaffen hat, wurden die Steinblöcke herausgenommen, aber was war mit den anderen, die noch in den Steinen steckten?“ Er engagierte den Bildhauer Philippe Cormand, der in fünfunddreißig in die Galeriewände gehauenen Skulpturen zeigte, welche fantastischen Möglichkeiten darin verborgen waren. Sollten Sie nach Saumur kommen, versäumen Sie nicht, dieses magische Kellerreich zu besuchen.

Die Weine