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Über Pierre Degroote in Colombiers


Aus Liebe zum Wein

Mit seinen Eltern, die in Flandern einen Landwirtschaftshandel betrieben und Traktoren der Marke John Deere verkauften, kam Pierre Degroote in jeden Sommerferien in die Region von Béziers. Kaum 20 Jahre alt, verliebte er sich in ein Mädchen aus dem Midi und als er 1969 dort die Weinlese mitmachte, beschloss er zu bleiben.

„Ich hätte gern weiter Tiermedizin studiert, aber das gab es nicht in Montpellier“, erzählt er, „also sattelte ich auf Agronomie um und wählte als Spezialität Önologie. Wie meine Eltern, so liebte auch ich den Wein, denn bei uns zu Hause tranken wir jeden Tag Wein zum Essen und kein Bier.“ Als seine Eltern sich weigerten, ihm das Studium in Frankreich zu finanzieren, verdiente er sich selbst Geld, indem er eine Enzyklopädie im Tür-zu-Tür-Verkauf anbot und in den Weinhandel einstieg. Unter seinen Kommilitonen befanden sich viele Winzersöhne, darunter auch einer von einem Château in den Corbières. Dort ließ Pierre seine ersten 6.000 Flaschen Wein auf dem Gut abfüllen und verkaufte sie an Freunde in Belgien. Das erste Studienjahr hatte er so gesichert.

„Ich schloss mein Studium ab, fuhr aber fort, weiterhin Wein nach Belgien an Privatleute und dann auch an Grossisten zu verkaufen“, erinnert er sich. „Ich kümmerte mich um die Vinifikation, die Konditionierung und die Kommerzialisierung.“ Damals, Anfang der 70er Jahre, gab es fast keine Gutsabfüllungen, er aber rüstete mit einem Freund einen Lastwagen mit einer Abfüllanlage aus und füllte mehr und mehr Weine auf mehr und mehr Gütern ab. Das Geschäft florierte, aber Anfang der 80er Jahre beschlossen er und sein inzwischen verstorbener Freund Bernard Montariol, eine Kellerei einzurichten und Trauben zu kaufen, um die Qualität ihrer Weine besser überwachen zu können. Die Domaines Virginie waren geboren, „die erste Winery im Languedoc-Roussillon“, wie er sagt.

Damals kamen gerade die Rebsorten-Weine in Mode und die beiden Freunde vinifizierten nach Maß und Nachfrage. „Indem wir so arbeiteten, gelang es mir, den englischen Markt zu gewinnen, wo man damals in Chile oder Australien einkaufte – und im ersten Jahr verkauften wir bereits mehr als eine Million Flaschen, die wir selbst vinifizierten.“ Der Erfolg steigerte sich über die nächsten Jahre, was ihnen erlaubte, selbst einige Weingüter zu erwerben. Als sie an den Punkt kamen, wo es schwierig wurde, die Qualität zu meistern, entschieden sie sich, Virginie zu verkaufen und sich nur noch um die eigenen sieben Güter zu kümmern. Drei der Güter liegen bei Carcassonne, die anderen vier bei Béziers, alle sieben aber im Bereich des Vin de Pays d’Oc, auf den sie sich spezialisierten. Deshalb richteten sie bei Carcassonne eine Kellerei ein, in der Pierre Degroote alle seine Midi-Weine vinifiziert.

Die Unternehmungslust trieb ihn auch ins Ausland, zuerst nach Rumänien, dann nach Tunesien, wo er das Château Reine Elissa gründete, und inzwischen auch nach Chile, wo er seiner Meinung nach bei Serena das höchstgelegene Weingut der Welt betreibt. Es liegt zwischen 1.700 und 2.200 Metern. Jedenfalls hatte er nie Angst davor, hoch hinauszu- kommen.

Die Weine