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Über Familie Bésinet in Vias


Der Natur-Wissenschaftler

Pierre Bésinets Familie ließ sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Saint-Georges d’Orques bei Montpellier nieder, das sich bald als eines der besten Terroirs des Languedoc einen Namen machen sollte, und wo er zur Welt kam:

„Als ganz kleiner Junge habe ich Erinnerungen an den Geruch des Kellers bewahrt, wo man die Fässer füllte, die nach „fernen Ländern“ wie der Schweiz, Nizza, Amerika gingen (Jefferson, Präsident der Vereinigten Staaten im letzten Jahrhundert, hatte „St. Georges“ auf seinem Tisch)... Und ich habe noch die großen Kundenbücher meines Großvaters, die gewissenhaft mit einer Schrift, die mich faszinierte, auf dem Laufenden gehalten waren.“ Sein Großvater gründete mit Freunden die erste Verkaufsgenossenschaft der Region, die ihren Wein in die ganze Welt verschickte. „Das ganz kleine, im Jura gebildete Terroir von Saint-Georges d'Orques, Murviel und Pignan, wo meine Mutter geboren wurde, bildete die Wiege meiner Kindheit“, erinnert sich Monsieur Pierre. Seinem Vater Jean wurde es etwas eng in dem Dorf, weshalb er 1940 die Domaine du Bosc bei Vias erwarb. „Er war es, der mir ganz jung diese Liebe, diesen Respekt vor der Schönheit der gut gemachten Dinge, der Reben und des Weins eintrichterte.“ Doch Sohn Pierre zieht es zunächst fort. Er macht sein Diplom als Chemieingenieur und Karriere im weit entfernten Nancy. Im Alter von 77 Jahren ruft sein Vater ihn 1975 zurück auf das Gut und erklärt ihm, dass es dort noch viel zu tun gäbe, was er nicht geschafft hätte, vor allem, den Wein selbst abzufüllen. Pierre Bésinet akzeptiert. „Ich habe erneut gelernt, was guter Wein besagt, was eine gepflegte Vinifikation und was ein Kunde bedeutet, der den Wein von Bosc schätzt.“

Er kehrte mit seiner eigenen Berufserfahrung auf die Domaine zurück. Nun wandte er sein naturwissenschaftliches Denken auf die Probleme im Weinberg und Keller an. Seit eh und je waren die Weinberge gepflügt worden. Daran änderte Pierre Bésinet auch als Chemiker nichts. Mehr noch, er stellte die Verwendung von Kunstdünger ein. Seither benutzt er nur noch Kompost, und seit 1998 wird alles, was an Kernen, Strünken und Trester nach der Weinbereitung übrig bleibt, verkompostiert. Inzwischen haben sie große Teile des Guts begrünt. Die Kräuter zwischen den Reihen bereiten den Rebstöcken Konkurrenz und bremsen deren Wuchskraft. Das sieht man den Trauben deutlich an. Die Beeren sitzen lockerer und sind folglich besser belüftet, ein exzellenter Schutz gegen die drohenden Pilzkrankheiten. Obendrein zwingt die Begrünung die Reben, ihre Wurzeln tiefer in den Boden zu treiben, was den Charakter der Weine verstärkt.

Das andere große Ding des Monsieur Pierre ist die Kälte. Als Naturwissenschaftler begriff er schnell, dass Hitze im Midi der wohl ärgste Feind guter Weine ist. Sie lässt alle ihre guten Eigenschaften – von den Aromen bis zum Körper – vorschnell verblassen. Nicht nur rüstete er als einer der ersten Winzer den Keller entsprechend aus, er erkannte frühzeitig, dass Kälte auch für die Lagerung der Weine unerlässlich ist, will man ihre Frucht erhalten. Deshalb werden alle zu Ende vergorenen Weine der Domaine du Bosc konstant auf 15°C gehalten. Sommers wie winters.

Die Weine