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Über Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach in Eltville


Ein moderner Traditionalist

Um einen der ältesten Weinbaubetriebe der Welt, das Kloster Eberbach, und Deutschlands größten, insgesamt 200 Hektar Reben umfassenden Betrieb, die Hessischen Staatsweingüter, zu leiten, braucht es einen Mann mit Format: einen Mann, der sich des unvergleichlichen Erbes bewusst ist, das er verwaltet, der aber auch den Mut besitzt, die Neuerungen durchzuführen, die unumgänglich sind, um dem Betrieb die Zukunft zu sichern. Ein solcher Mann ist Dieter Greiner.

Dieter Greiner, Jahrgang 1969, ein Winzersohn aus dem schwäbischen Schnait, beweist seit seinem Amtsantritt 2000 täglich, dass er das nötige Format hat. Dabei hatte er gar nicht die Zeit, vorher groß Karriere zu machen. In Hohenheim studierte er Agrarwissenschaften und Weinbau und fand eine erste Anstellung bei der bekannten Sektfirma Deinhard in Koblenz, bevor er beim Weininstitut in Mainz für das Auslandsmarketing in den USA, Großbritannien und den Niederlanden zuständig war. „Kloster Eberbach ist ein Betrieb, der eine sehr lange Tradition hat“, konstatiert er, „aber es gibt dennoch sehr viel zum Weiterentwickeln, damit der Betrieb auch in Zukunft weiter Impulsgeber im Bereich Weinbau und bei der Weinvermarktung sein kann. Bei uns können Dinge in größerem Stil umgesetzt werden – und auch das ist wichtig.“

Dieter Greiner setzte gleich ein Zeichen, indem er dem martialischen Reichsadler der Staatsweingüter Klauen und Schnabel stutzte und ihn zivilisierte. „Wir wollen Rieslinge machen, die ganz typisch sind für die Region, aber in ein Konzept gepackt, das auch Leute fasziniert, die bislang mit deutschem Wein nichts oder nur wenig anfangen konnten“, kommentiert er. „Für mich muss ein Wein immer auch ein Konzept haben, eine eigene Philosophie. Es braucht Systematik, um lange zu bestehen.“

Was das „Lange-Bestehen“ angeht, sieht er sich durchaus in der langen Reihe der Betriebsleiter, die Kloster Eberbach zu dem gemacht haben, was es heute ist. Seine Aufgabe besteht darin, es an die nächste Generation in bestem Zustand weiterzureichen. Dazu zählen natürlich auch die Schätze im berühmten Cabinetkeller. Die ältesten darin verwahrten Flaschen reichen bis 1857 zurück. „Hier liegen wahre Köstlichkeiten und auch Raritäten“, sagt Dieter Greiner stolz, „glücklicherweise auch noch gute Bestände großer Jahrgänge wie 1893, 1911 und 1921 – ein ganz großer Jahrgang, der einige Parallelen zum 2003er aufweist, was die Struktur der Weine,  moderate Säure, und hohe Mostgewichte angeht. Als wir vor einiger Zeit mehrere 1921er in der Verkostung hatten, darunter auch trockene Rieslinge, war das für alle Beteiligten eine Offenbarung. In einem so phantastischen Zustand haben sich die Weine präsentiert, das war einfach großartig! Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr einige der Bestände werden auffüllen können. Denn in diesem Betrieb gibt es auch eine historische Dimension. Das ist Ansporn und macht Freude.“

Die Weine