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Über Thomas C. Press in Saint-Germain d'Esteuil


Wiederbelebung

Als im Jahre 1986 die beiden Deutschen Dieter Tondera und Carl E. Press das Château Castera übernahmen, besaß dessen Wein bereits einen guten Ruf, aber Schloss und Keller befanden sich in üblem Zustand. Davon ließen sich die beiden jedoch nicht abschrecken. Wer heute das gepflegte Schlossgut in der Gemeinde Saint-Germain d’Esteuil, gleich nach der Grenze zwischen dem südlicher gelegenen Haut-Médoc und dem Médoc, besucht, kann sich nicht vorstellen, welche Aufgabe auf die beiden Freunde vor gut 20 Jahren wartete. Anfang der 1970er Jahre war das Gut mit damals 45 Hektar Reben von Alexis Lichine, dem berühmten Weinautor und Händler und dessen Weinfirma erworben worden. Doch Lichine, der im Château Prieuré-Lichine in Margaux residierte, hatte kein Interesse an den Gebäuden, ihm ging es allein um den Wein. Sein Handelshaus brachte Château Castera auf die Weinkarten der besten Restaurants Frankreichs und exportierte ihn in zahlreiche Länder der Welt, doch Château und Keller verfielen. Dieter Tondera nahm die Restaurierung der Gebäude in die Hand. „Überall wurden Umbauten vorgenommen, wie man sie seit Martial Maurice de Verthamon im Jahre 1869 nicht mehr erlebt hatte“, erzählt er. Auch in den Weinbergen ließ er umfangreiche Arbeiten vornehmen, aber die größte Wandlung dürfte der Keller durchgemacht haben. Nicht nur der Gärkeller wurde völlig neu ausgestattet, auch in den Fasskeller wurde beträchtlich investiert.   Seit 2007 liegt die Leitung nun in den Händen des Sohnes von Carl E. Press, Thomas C. Press. Neben seiner Leidenschaft für Wein steht der zurückhaltende Mann an der Spitze eines internationalen Logistikunternehmens. Als alleiniger Inhaber und Geschäftsführer bringt der 41 jährige mit viel Dynamik Modernität in dieses historische Anwesen. Er führt nun das Lebenswerk seiner Vorgänger im Weinberg wie auch im Keller fort und bleibt der Philosophie seines Vaters zum Thema Weinausbau treu. Dieser betonte gerne: „Besonders wichtig ist uns die Ausgewogenheit zwischen den Gerbsäuren der Barriques und der Trauben, denn wir wollen den Charakter des Bodens und die Fruchtigkeit der Rebsorte unterstreichen“. „Der Anteil an neuem Holz wird nach der Qualität und dem Ausdruck des Jahrgangs bestimmt. Eine gründliche Arbeit wurde mit unseren fünf Küfern durchgeführt, um den geeignetsten Toastgrad auszuwählen.“ Auch die schonenden Methoden halten weiter Einzug im Keller. Die Weine in den 900 Barriques werden alle drei Monate abgestochen, denn auf diese Weise wird eine natürliche Klärung durch Absetzen erreicht, und man kann auf eine starke Filtrierung vor der Abfüllung verzichten. Auch dies trägt dazu bei, dass der Wein eine angenehme Fülle und gute Länge zeigt.

Die Weine