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Über Winzerverein Ingersheim


Auf maximale Frucht ausgerichtet

Seit fünfzehn Jahren leiten Direktor Pascal Keller und Önologe Pierre Sibille das Geschick der Cave Vinicole d’Ingersheim und haben ihr ein solides Fundament für die Zukunft geschaffen.

Dafür sprechen schon der weitläufige moderne Probierraum und das eigene Weinmuseum mitten im Ort, noch mehr allerdings die technische Ausrüstung des Winzervereins. Pierre Sibille, der in Dijon Önologie und dann anschließend Betriebsführung studierte, hat sie auf den neuesten Stand gebracht. Der Schwerpunkt liegt dabei natürlich auf Weißweinbereitung und die verlangt eine möglichst schnelle Handhabung des Leseguts, um ein Maximum an Aromen zu bewahren. Die Winzer können zum Beispiel gleichzeitig 5 Tonnen Trauben anliefern, die sich bereits nach weniger als 5 Minuten in den Pressen befinden. Für die Mostvorklärung hat Pierre Sibille die Methode der Flotation eingeführt. Während man sich den Trub im Most bislang absetzen ließ, was mindestens 24 Stunden, manchmal länger dauert, pumpt er Stickstoffgas in den Tank. Die aufsteigenden Gasbläschen binden die Trubpartikel und nach nur zwei Stunden haben sie sich an der Oberfläche gesammelt, so dass unten aus dem Tank klarer Saft abgezogen werden kann. Dann kann sofort die Gärung einsetzen.

„Unser Ziel ist es, den Trauben ein Maximum an Frucht und Frische zu entziehen“, betont er. „Die gesamte Vinifikation ist auf die Fruchtigkeit ausgerichtet. Je mehr Frucht der Wein besitzt, umso zufriedener ist der Kunde.“ Deshalb hat er es aufgegeben die Trauben zu Entrappen, arbeitet mit Ganzbeerenpressung und achtet ebenso darauf – mit selektierten Hefen und Temperaturkontrolle -, dass die Gärung auf sanfte Weise beginnt, denn dann entwickeln sich die meisten Aromen.

Um aber Besuchern und Weinfreunden vor Augen zu führen, wie rasant die Weinbereitung sich entwickelt hat, stellte Direktor Pascal Keller 300 m2 Raum zur Verfügung und brachte mit Hilfe des lokalen Geschichtsvereins eine reizvolle Sammlung zusammen. Anhand von Kellergeräten und Winzerwerkzeugen illustriert sie, wie sich das Winzerhandwerk von 1800 bis Mitte des letzten Jahrhunderts entwickelt hat, während die Kellerei selbst den schon revolutionären Sprung in die Gegenwart aufzeigt. Renoviert wurde auch ein Fuder von 1880, das heute das größte, noch benutzte Holzgebinde Europas ist und genügend Wein für 47 200 Flaschen enthält.

Die Weine