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Über Nicolas de Saint-Exupéry in Salles-d'Aude


Mut zur Vielseitigkeit

„Früher lebten hier mindestens fünf Familien“, erzählt Comte Jacques de Saint-Exupéry. „Im Stall standen 20 Pferde, die von alten Junggesellen geführt wurden, die man „Valet“ nannte und die ihre Zimmer über dem Stall hatten und verpflegt wurden. Als ich Kind war, gab es zehn Valets, und zwanzig Tagelöhner kamen täglich aus dem Dorf dazu.“

Diese Zeiten hatten sich bereits krass geändert, als er 1967 auf dem Familiengut zu arbeiten begann. Damals befand sich der Weinbau des Languedoc in einer schweren Krise. Man produzierte große Mengen minderwertiger Weine, für die es immer weniger Abnehmer gab. Es brauchte Mut und Weitsicht, um der Krise zu begegnen. „Man musste schnell handeln und neue Rebsorten finden“, berichtet er. „1971 pflanzte ich 11 Hektar neu. Wir haben sehr viel in die Weinberge investiert.“ In 20 Jahren pflanzte er 60 Hektar Reben. Aber auch im Keller mussten Fortschritte erzielt werden. „Wir gehörten zu den Pionieren, was Kältetechnik anging. Wir hatten Sorten des Bordelais und des Burgunds für Landweine gesetzt und machten damit zwar besseren, aber immer noch keinen guten Wein. Bis uns klar wurde, dass diese Sorten dort einen Monat später eingebracht werden, wenn es bereits sehr viel kühler ist. Als wir dann Temperaturkontrolle bei der Gärung einführten, haben wir sehr große Fortschritte gemacht.“

Auch im Verkauf musste er neue Wege beschreiten. Früher ging der Wein nur im Tank an Großhändler, nun begann sich der Graf um die eigene Vermarktung zu kümmern und gehörte mit seiner Frau Anita zu den Pionieren des Direktverkaufs ab Hof.

Vom beeindruckenden Fuderkeller zur Kunstausstellung

Seit 1998 wirkt Sohn Nicolas, eines von fünf Kindern des Ehepaars, aktiv mit, vor allem im Keller und bei der Vermarktung. Im selben Jahr ereignete sich eine kleine Katastrophe. Bis dahin wurden die Rotweine im beeindruckenden Fuderkeller ausgebaut, einer langen Halle, die auf beiden Seiten von den mächtigen, 200 bis 300 Jahre alten Fässern gesäumt wurde. „Wir verloren zwei Fuder, die ausliefen, ein Fuder bedeutet 200 bis 400 Hektoliter Wein. Wenn man zwei Fuder verliert, das tut weh!“ Sie sahen sich gezwungen, den Ausbau im Fuder zu beenden, doch da dieser alte Chai Teil der stolzen Vergangenheit des Guts ist, behielten sie ihn bei und nutzen ihn nun für zwei Kunstausstellungen im Jahr.

Darin sahen sie aber einen weiteren Fingerzeig. „Ich glaube nicht, dass wir heute nur noch vom Wein leben könnten, denn zu aufwändig sind die Instandhaltungskosten der ausgedehnten Gebäude“, sagt Nicolas. „Wir haben ein vielseitiges Angebot – zum einen durch unsere verschiedenen Weine, zum anderen durch alles, was mit Empfang und Ferienwohnungen zu tun hat.“

Die Weine