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Grillo

Grillo

Charakteristische Aromen: Ananas, Orange, Litschi, Zitrusfrüchte

Die Rebsorte Grillo (auch Riddu genannt) ist eine italienische Kreuzung aus den Rebsorten Dicatarratto Bianco Comune und Muscat d’Alexandrie. Der Name Grillo hat keinen Bezug zum ähnlich lautenden Insekt Grille, sondern entstand aus der Verbindung der beiden lateinischen Wörter „granum“ und „arillum“. „granum“  bedeutet Korn oder auch Traubenkern und „arillum“ heißt Fruchthaut oder Beere.

Vermutlich stammt Grillo ursprünglich aus der Region Apulien. Früher wurde sie vor allem aufgrund ihrer hohen Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten kultiviert. Die Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts zerstörte in Sizilien viele autochthone Rebsorten. Um die sizilianischen Hügel wieder bepflanzen zu können, wurde die dickhäutige Rebsorte Grillo eingeführt. Grillo verträgt das extreme Klima mit großer Hitze und heißen Küstenwinden, wie sie auf Sizilien herrschen, hervorragend. Bis ins Jahr 1930 breitete sie sich so gewaltig aus, dass sie 65% der gesamten Rebfläche Siziliens bedeckte. Da die Reblaus nachweislich so gut wie komplett ausgestorben ist, wurden auf der Insel wieder vermehrt andere Sorten angepflanzt. Grillo wird heute hauptsächlich im Westen der Insel auf einer Fläche von ungefähr 2.500 Hektar angebaut. Besonders in der Gegend um die Stadt Trapani fühlt sie sich besonders wohl. Aus Apulien ist die Rebsorte dagegen fast völlig verschwunden. Außerhalb Italiens befinden sich kleine Rebflächen in Spanien, Australien und Brasilien.

Die Winzer in Trapani nutzen Grillo gerne zur Herstellung von Marsala. Die spätreifende Sorte bildet durch ihr hohes Mostgewicht und die geringe Säure die optimale Grundlage für diese Likörspezialität. Aus den vollreifen Trauben entsteht ein Wein mit einem relativ hohen Alkoholgehalt, der ihn lagerfähig macht. Durch die niedrige Säure neigt er zur Oxidation, eine bevorzugte Eigenschaft des Marsalas, die ihn bernsteinfarben glänzen lässt.

Heute keltern die Winzer aus Grillo auch trockene Weißweine. Die Trauben hierzu kommen aus Lagen mit einer höheren Bodenfeuchtigkeit und werden früher geerntet. Das Lesegut weist ein geringeres Mostgewicht auf als für den Süßwein und es bildet sich bei der Gärung somit weniger Alkohol. Die körperreichen, frischen Weine schimmern blass hellgelb im Glas und erinnern in der Nase an Zitrus und exotische Früchte.

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