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Ernsthafter Konkurrent für Merlot und Co

Chile lässt sich in vier Hauptweinbauregionen unterteilen: Coquimbo, Aconcagua, Valle Central und Valle Sur. Im Valle Central südlich von Santiago befindet sich auch das traditionsreiche nach einem Vulkan benannte Maipo Valley, welches auf ca. 10.000 Hektar Rotweine wie Cabernet Sauvignon, Carménère,  Merlot und Syrah aber auch die weiße Chardonnay-Traube hervorbringt.

Chilenische Weine profitieren davon, dass es in den Anbaugebieten während der Reifezeit der Trauben am Tage recht warm werden kann, die Nächte jedoch mit einstelligen Temperaturen kalt sind. Die Weine aus Chile zeichnen sich in der Folge durch eine komplexe Struktur und eine reiche Aromenvielfalt aus. Es entsteht ein gehaltvoller, mittelkräftiger bis schwerer chilenischer Rotwein der Qualitätsstufe Reserva, der Spitzenprodukten aus Frankreich, Italien oder Spanien in nichts nachsteht.

Chile ist weltweit führend im Anbau der, aus dem Bordeaux stammenden, roten Rebsorte Carménère. Wein aus dieser Traube ist ausgesprochen körperreich, hat jedoch weniger Tannin als viele ähnlich schwere Sorten. Dafür sind bei diesem chilenischen Wein neben den Aromen von Waldbeeren würzig-herbe Akzente stärker ausgeprägt. Als Meister in der Vinifizierung dieser Rebsorte gilt das Weingut Errázuriz, dessen Gründer die Weinstöcke bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Chile einführte. Daneben werden in Chile auch von anderen Spitzengütern die Sorten Cabernet Sauvignon und Syrah gerne eingesetzt. Während Rotweine gegenwärtig rund Dreiviertel der Landesproduktion ausmachen, stellt Weißwein aus Chile ungefähr ein Viertel des Angebotes dar. Chilenische Weißweine gelten noch als Geheimtipp. Sie verdienen aber auch deswegen Beachtung, da sie aufgrund der besonderen klimatischen Bedingungen des Landes häufig intensivere Aromen ausbilden als Weine der gleichen Rebsorten. Führend sind hier Chardonnay, Sauvignon Blanc und Semillon.