• Depotfinder
    Depots in Ihrer Nähe:
Wie verkostet man richtig?

Das COS-Prinzip – Color, Odor, Sapor

Wein ist ein Produkt, das nicht nur den Geschmackssinn, sondern auch das Auge und den Geruchssinn anspricht. Daher nutzen Weinfreunde gerne das sogenannte COS-Prinzip, anhand dessen ein Wein verkostet wird. Die Reihenfolge dabei: Sehen, Riechen, Schmecken.

Das C steht für Color, also die Farbe des Weins. Den ersten Schritt der Verkostung macht in der Regel das Auge. Es kann beurteilen, was den Weinfreund in der Nase und auf der Zunge erwarten könnte. Ist er weiß, rot oder roséfarben? Ist der Weißwein fast wasserklar oder gelblich? Ist das Rosé eher lachs- oder himbeerfarben? Und wie dunkel ist das Rot des Rotweins? Ist der Wein vielleicht gar bräunlich, oxidiert und alt? Ist der Wein kristallklar oder eher trüb?

Das O steht für Odor, den Duft, den der Wein verströmt. Riecht er angenehm, etwa nach Beeren, gelben Früchten oder Blumen? Vielleicht finden sich auch angenehme grüne Töne wie Schnittmulch oder Wiese! Bei Rotweinen findet die Nase oft Töne, die auf Holzausbau schließen lassen: Vanille, Gewürze, Tabak oder Kokosnuss. Auch Weinfehler, etwa Kork oder Schimmel, lassen sich hier meist schnell feststellen. Was das Auge nicht erkannt hat, entlarvt die Nase, bevor der Wein in den Mund wandert:

Das S steht für Sapor, Geschmack. Wie schmeckt der Wein? Harmonieren die Düfte aus dem Glas mit dem, was auf der Zunge zu schmecken ist? Wenn etwa der Duft von Cassis aus dem Glas strömt, ergibt es ein harmonisches Gesamtbild, wenn der Wein ebenso beerige Noten auf der Zunge zeigt. Auch Tannin – der Gerbstoff, der sich etwas „rauh“ im Mund anfühlt – ist ausschließlich mit der Zunge erkennbar und sagt viel über den Wein aus. Wurde er im Holzfass ausgebaut? Hatte er Zeit zu reifen, sodass sich das Tannin samtig und elegant entwickeln konnte?

Das COS-Schema führt also bestenfalls zu einem runden und harmonischen Gesamtbild des Weins, warnt aber auch vor Weinfehlern.

Stellen Sie sich folgenden Wein vor: Ein tiefroter, fast schwarzer Rotwein, der Düfte von Cassis und Schwarzkirschgelee mit einem Hauch Vanilleschote verströmt und der beim Herunterschlucken dem Gaumen mit seiner Samtigkeit schmeichelt. Oder: Ein tiefgelber, säuerlicher Weißwein, der nach Essig und Sauerkraut riecht – den möchten Sie bestimmt gar nicht erst verkosten, oder?


Weiter zu: » Barrique – Wie kommt die Vanille in den Wein?