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Weingläser und Kelche

Jedem Wein sein Glas

Trinkgefäße für Wein nutzten schon die Griechen. Diese waren zwar aus Keramik oder Metall, aber man schenkte ihnen bereits große Aufmerksamkeit, die jedoch eher der Optik in Form von reichen Verzierungen galt und weniger der vorteilhaften Darbietung des Inhalts.

Aus der Wahl des richtigen Glases zum Wein ist heutzutage ein richtiger Kult geworden. Berechtigt, denn das passende Glas bringt die Besonderheiten und Vorzüge der Weinaromen erst richtig zur Geltung. Neben der Form und Größe des Kelches (der Cupa) spielen auch die Dicke des Glases und die Farbe eine Rolle. Ein Weinglas sollte keinen eingefärbten Glasstiel oder Dekor auf dem Kelch aufweisen. Die zarten Gelbtöne eines Burgunders oder die Brillanz eines Rosés kämen in einem farbigen Glas überhaupt nicht zur Geltung. Dickwandiges Glas erschwert das Einnehmen von kleinen Schlucken, der Wein schwappt sozusagen in den Mund.

Grundsätzlich sollte sich der Kelch nach oben hin verjüngen. Bildhaft gesprochen: Der Bauch darf rund und groß sein, muss aber zur Öffnung hin eng werden. Er bietet dem Wein eine Oberfläche, den Raum zum Atmen. Denn nur in Verbindung mit Sauerstoff können sich die Düfte des Weines entfalten. An der Verjüngung sammeln sie sich und steigen aus dem Glas in die Nase. Idealerweise ist das Glas bis zu der Stelle mit dem größten Umfang gefüllt. Ist zu viel eingeschenkt, erschwert dies das Schwenken, das spiralenartige Hochsteigen der Weinaromen.

Neben den sensorischen Eindrücken, die sich in einem optimalen Weinglas offenbaren, spielt auch die haptische Wahrnehmung eine Rolle. Ein zarter, schlanker Glasstiel fühlt sich nicht nur gut an, er hält auch mögliche Gerüche der Hände vom Wein fern. Zudem erwärmt sich ein Weißwein nicht so schnell, wenn der Nutzer das Glas am Stiel hält.

Weißweingläser sind kleiner in der Kelchform, damit der Inhalt nicht so schnell warm wird. Lieber schenkt man aus der gekühlten Flasche öfter nach statt einen lauwarmen Wein zu trinken.

Rotwein dagegen entfaltet sich optimal in einem größeren Kelch. Bei hochwertigen Exemplaren ist die Genussfreude größer, wenn die Aromen, wie bei einem Pfau, ein großes Rad schlagen.


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