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Die klassischen Rebsorten und ihre Aromen

Ein Führer zu 40 wichtigen Rebsorten: Ananas, Rose, Heu – das hat jeder schon einmal gerochen, bewusst wahrgenommen. Ganz klar, eine Rose riecht eben wie eine Rose. Doch warum kann man diesen Geruchseindruck auch im Wein finden?

 

 

Zauberwort Sensorik

Die Vielfalt der Rebsorten bringt automatisch eine Vielzahl an riechbaren Eindrücken. Der erste Faktor dabei sind die sogenannten Primäraromen. Das sind diejenigen Aromen, die aus der Beere, dem Traubensaft, kommen. Einfluss darauf haben die Traubenhaut – ob dick oder dünn – das Verhältnis zwischen Fruchtfleisch und Schale und die Wachse auf der Beerenhaut. Und nicht zu vergessen: Reifegrad und Gesundheitszustand der Beeren spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Der Begriff Sekundäraromen bezeichnet die Einflüsse aus der Traubenverarbeitung. Das Entrappen der Traube, die Ganztraubenpressung, die Art der Mostbehandlung und der Gärverlauf sind dabei nur einige Faktoren, die das Aroma mitbestimmen.

Die Tertiäraromen entstehen bei der Lagerung des Weines im Edelstahltank, im Holzfass oder dem Barrique (225 l Inhalt) und in der Flasche. Insbesondere das Barrique prägt den Geruch wesentlich (stark, mittel oder schwach getoastetes Holz), langes oder kurzes Holzfasslager, neues oder gebrauchtes Holz, reduktiver oder oxidativer Weinausbau. Zum Schluss prägen auch die Dauer des Flaschenlagers und die herrschende Lagertemperatur die jeweiligen Aromen eines Weines.

In seinem Werdeprozess unterliegt der Wein so vielen Einflüssen, dass er im Laufe dieser Zeit eine Metamorphose vom süßen Saft zum ausdrucksstarken Wein durchläuft.

Weinaromen und der Faktor Mensch

Neben den durch Rebsorte und Weinausbau gegebenen Aromen spielt natürlich auch der Faktor Mensch eine große Rolle. Jeder Mensch reagiert auf bestimmte Gerüche sensibel, lehnt manche ab oder riecht manche besonders gern. Wenn jemand Papaya riecht, hält ein anderer den Duft für Ananas. Aromen, die wir im Wein erkennen können, werden selten von zwei Menschen gleich wahrgenommen.

Unsere dargestellten Aromen sollen keine Anleitung dazu sein, was Sie riechen müssen. Im Gegenteil: Sie sollen Ihre Nase herausfordern, im Duft, Bukett oder der „Nase“ eines Weines selbst etwas zu entdecken. Die hier bezeichneten Beispiele geben Geruchseindrücke wieder, die in der Regel bei jungen Weinen ohne Holzfass-Einfluss entdeckt werden können.

Unsere Nase ist in Kombination mit unserem Gehirn in der Lage, einige tausend Düfte zu differenzieren. Voraussetzung dafür ist, dass ein Geruch aufgenommen, bewusst wahrgenommen und dann gespeichert wird. Begegnen Sie diesem Duft wieder, können Sie Vergleiche im Weinaroma herstellen. Wer also noch nie den Duft einer Rose bewusst wahrgenommen hat, kann diesen auch nicht im Wein entdecken.