Authentische Weine aus aller Welt - Teil 4/5

Weine in Deutschland und Österreich

Weinberge im Rheintal.

Im eher kühlen Klima Deutschlands und Österreichs erzeugen die Weinbauern an den steilen geschützten Hängen von Flusstälern oder in den warmen Ebenen am Oberrhein und im Osten Österreichs weltberühmte Weißweine – und inzwischen auch durchaus konkurrenz­fähige Rote.

Deutschland

Der Vegetationsgürtel der Rebe reicht im Norden bis zum 51. Breitengrad. Bis dort kann sie wachsen und ihre Früchte zur Reife bringen, weiter nördlich gelingt es ihr selten. Diese Grenze zieht sich mitten durch Deutschland. Einige Anbaugebiete wie jene an der Ahr und am Mittelrhein liegen nahe daran, das Gebiet an Saale und Unstrut überschreitet sie sogar. Überblickt man Deutschland, kann man beobachten, wie die Reben im Süden – etwa in Baden oder in der Pfalz – noch in der offenen Landschaft gedeihen. Je weiter man nach Norden kommt, umso mehr ziehen sie sich in die Täler der großen Flüsse zurück, an den Rhein, an die Mosel, an Neckar, Saar, Ruwer und Main. Hier sind sie vor Wind und Kälte geschützt, die Talflanken bieten eine ideale Sonnenausrichtung und die oft kargen steinigen Böden schenken den Trauben reiche Terroirnoten.

In diesem Grenzbereich der Vegetationszone entstehen Weine, die zu den besten der ganzen Welt gehören.

Ideale Voraussetzungen

Der Riesling benötigt genau diese klimatischen Bedingungen, um seine unnachahmliche Eigenschaften zu entwickeln: ein Feuerwerk von Aromen, Fruchtsüße, lebendiger Säure und Mineralität. Doch das Weißweinland Deutschland hat mehr zu bieten als nur Riesling: Neben Müller-Thurgau, sind das die Burgundersorten (Weiß- und Grauburgunder), die in den warmen Regionen Baden und Pfalz ebenso wie der Silvaner in Franken sehr gute Qualitäten ergeben. Bei den Rotweinen, die immerhin 36 % der ganzen Weinproduktion ausmachen, ist die Szene in Bewegung geraten. Man spricht geradezu von einem Rotweinboom.

Weinanbau in Niederösterreich.

Österreich

Blickt man auf eine Karte des Weinbaus in Österreich, fallen einem die wesentlichen Punkte sofort ins Auge: Die Weinberge liegen alle schön aufgereiht entlang der östlichen Grenze des Landes, wo die Kette der Alpen langsam abbricht und in die großen Ebenen des Wiener Beckens und der oberungarischen Tiefebene übergeht. Durch diese Topografie begünstigt sind die Weinbaugebiete Österreichs grundsätzlich gegen Westen durch die Alpen vor Nässe und Kälte geschützt.

Region mit langer Geschichte

In diese reich strukturierte Landschaft hinein hat sich der Weinbau seit der Zeit der Kelten im 4. Jahrhundert vor Christus eingenistet und dabei im Verlauf der Jahrhunderte seinen Ausdruck gefunden. Rebsorten und Böden, die Wechselfälle der Geschichte und der Einfallsreichtum der Menschen haben ihn geprägt. Trotz der langen Geschichte: Der moderne österreichische Wein kam erst nach 1985 auf die Welt. Damals erhielt Österreich eines der strengsten Weingesetze Europas, eine junge ehrgeizige und hervorragend ausgebildete Winzergeneration brachte den notwendigen frischen Wind und nahm internationale Anregungen auf. Das Resultat ist beeindruckend. Heute werden die Rieslinge und Grünen Veltliner von der Wachau und aus dem Kremstal, die Rot- und Süßweine aus dem Burgenland und die modernen frischen Weißweine aus der Steiermark international gefeiert und zu hohen, in der Regel aber noch realistischen Preisen gehandelt.


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