Authentische Weine aus aller Welt - Teil 3/5

Weine in Spanien

Weinanbau in der Rioja.

Spanien ist das Land mit der größten Rebfläche der Welt. Mit seiner Weinproduktion steht es aber erst an dritter Stelle, weil die Erträge in den kargen, heißen Weinanbaugbieten geringer als sonstwo in Europa sind. Das riesige Land kann in fünf große Weinbau-Gebiete unterteilt werden.

„Spanier sind stolz und traditionsbewusst“ sagt das Klischee und – hat recht. Nach der zentralistischen Diktatur Francos stellt die heutige Verfassung die alten gewachsenen Strukturen des Landes wieder her. Die Regionen, die über Jahrhunderte hinweg an Herrscherhäuser gebunden und mit deren Schicksal verwoben waren, erhielten ihre Würde zurück, besitzen ein eigenes Parlament und Selbstbestimmungsrecht. Damit wurde das Land zu einem Zusammenschluss von autonomen Regionen, „autonomías“, unter dem einigenden Band des allseits geachteten Königs. In diesem Staat gibt es Raum für eine faszinierende Fülle von gegensätzlichen Kulturen, die aus keltischer, maurischer, jüdischer und römischer Geschichte gewachsen sind und in vier Amtssprachen miteinander auskommen.

Spanische Weingeografie

Vom Weinbau aus betrachtet, kann man das riesige Land in fünf große Bereiche gliedern:

Das grüne Galicien

Ganz im Nordwesten ist Spanien so unspanisch wie nur möglich. Der Atlantik bringt mehr Regen als in Deutschland und das Land strotzt vor satter Fruchtbarkeit. Die Menschen sprechen ihre eigene Sprache und ihre keltischen Wurzeln sind in vielen Traditionen noch heute lebendig. Hier wachsen die neuen Weißweine des Landes, frisch, fruchtig und elegant.

Der Nordosten

Gegen den stürmischen und kühlen Atlantik durch die kantabrischen Berge geschützt und zum warmen, aber auch die Hitze mildernden Mittelmeer hin liegen die Weinbaugebiete von Rioja, Navarra und Penedès im weiten Tal des Ebro. Die hochwertigsten Weine dieser Regionen werden zum Einen aus Tempranillo, Spaniens Rebsorte Nr. 1, bereitet, zum Anderen nutzen die Winzer aber auch internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Chardonnay.

Geometrische Ordnung einer
Neupflanzung in Spanien.

Das Tal des Duero

Das historische Herz Spaniens schlägt im nördlichen Teil des riesigen spanischen Zentrums, in Kastilien-León. Das Klima ist heiß, die Landschaft eben und eintönig, gegliedert wird sie von einem Flusssystem, dessen Hauptader der Duero bildet. An seinen Ufern wachsen in Spanien zwei sehr gegensätzliche Weine: die fruchtigen Weißen von Rueda und die roten Stars von Ribera del Duero.

Die Mancha

Die ganze südliche Mitte Spaniens wird von einem einzigen immensen Hochplateau eingenommen, der Mancha. Hier herrschen die Extreme, brütende Hitze im Sommer und Kälte im Winter. Und doch wächst hier fast 40 % des spanischen Weins.
In der kleinen Region Valdepeñas im Süden der Mancha entstehen seit Jahren moderne Rotweine.

Der Süden

Die maurische Kultur Südspaniens verzaubert uns noch heute in Granada, Cordoba oder Sevilla mit seiner Architektur und seinen Gärten. Die Region steht ganz im Zeichen der großen Aperitif- und Dessertweine: Sherry, gefolgt von Montilla und Malaga. Diese Weine sind weniger aus einer eigenen Tradition heraus gewachsen als vielmehr im fruchtbaren Austausch mit den englischen Gentlemen, die ihre Schiffe hier vor Anker legten.


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