Authentische Weine aus aller Welt - Teil 1/5

Weine in Frankreich

Rebenfeld im Languedoc.

Griechen und Römer brachten den Weinstock nach Gallien. Das fremde Klima schadete ihm nicht, im Gegenteil: Es weckte seine Kräfte, er musste sich anpassen. Aus sich selbst heraus und durch natürliche Kreuzung fand er einen Weg des Überlebens. Der Lohn: eine fast unbegrenzte Wandlungsfähigkeit.

Wo auch immer die Alten Griechen an Land gingen, führten sie Rebstöcke mit sich. So wurden auch in Frankreich im 6. Jahrhundert v. Chr. die ersten Weinstöcke von Griechen rund um die neu gegründete Stadt Marsalia (das heutige Marseille) gepflanzt. Die dort lebenden „Barbaren“ kannten Wein bis dahin nicht, fanden aber schnell Gefallen an dem neuartigen Getränk. 600 Jahre später verbreitete sich der Weinbau unter den Römern über ganz Gallien, wie Frankreich damals hieß.

 

Weingärten des Gutes JC Mas.


Reben in Burgund.

Klima und Rebsorten

Für das kühle und feuchte Klima in der Mitte und im Norden Frankreichs mussten besondere Rebsorten gefunden werden. Die Auswahl war riesig: Zu der großen Sortenvielfalt, die im damaligen Mittelmeerraum zur Verfügung stand, kamen die wilden Reben, die in den Wäldern wuchsen und sich mit den importierten auf natürliche Weise kreuzten.

Die Reben brauchten Jahrhunderte, um sich durch Mutation und Kreuzung an die lokalen Lebensbedingungen anzupassen und wurden auch von Winzergeneration zu Winzergeneration optimiert. Dieser Prozess ist seit zwei Jahrtausenden im Gang und hat aus Frankreich eine einmalige Schatztruhe edler Rebsorten, wie dem Syrah, gemacht.

Boden und Appellationen

Schon die Römer hatten sehr bewusst die Lagen ausgewählt, die sie für den Weinbau nutzten. Die Mönche des Mittelalters machten daraus fast eine Wissenschaft. Parallel zu Wissen und Können der Winzer und Kellermeister hat sich das Qualitätsbewusstsein der Weinkonsumenten entwickelt, die neben dem Ausdruck der Rebsorte auch den der Herkunft, des Bodens oder eben des Terroirs im Glas suchten. Aus diesem über Jahrhunderte gewachsenen Wissen ist das heutige Appellationssystem entstanden, dessen gesetzliche Grundlage erst 1935 geschaffen wurde. Es stellt sicher, dass Weine, die das Appellationssiegel erhalten, auf traditionelle Weise erzeugt werden und dass alle Trauben aus einer bestimmten Region stammen. Die Weine müssen außerdem besonderen Qualitätsansprüchen genügen. All dies wird von einer Kontrollkommission streng überwacht.

Die Weinprototypen

In allen wichtigen Weinregionen Frankreichs sind im Lauf der Zeit Weine entstanden, die zu Vorbildern für Winzer nicht nur in Frankreich, sondern auf der ganzen Welt geworden sind. Unter den sehr unterschiedlichen Bedingungen in Hinsicht auf das Klima und das Terroir haben sich in den Anbaugebieten einige Rebsorten wie Pinot Noir, Chardonnay, Syrah, Cabernet Sauvignon, Merlot und Sémillon zu Idealtypen entwickeln können.

Frankreich ist nicht nur eines der großartigsten Weinländer der Welt, weil es die besten Weine oder besonders große Mengen davon hervorbringt, sondern, weil es die Maßstäbe gesetzt hat und noch immer setzt.

 


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