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Hessisches Staatsweingut Kloster Eberbach
Unmöglich, von Kloster Eberbach nicht beeindruckt zu sein! Die 1136 gegründete Niederlassung der Zisterzienser versteckt sich in einem schattigen und feuchten Seitental bei Eltville. Die am besten erhaltene historische Klosteranlage Europas vereint alle Stilrichtungen von der Romanik bis zum Barock.
Ihre Mauern und Kellergewölbe sprechen Bände. Mehr als 800 Jahre lang wurde darin meditiert, studiert, gearbeitet und Wein erzeugt. „Die Zisterzienser waren Präzisionsfanatiker in allem, was sie getan haben, sei es in der Baukunst, sei es im Weinbau“, weiß Direktor Dieter Greiner.
Bernhard von Clairvaux, der Gründer des Zisterzienserordens, schickte auf Wunsch des Mainzer Erzbischofs im 12. Jahrhundert 12 Brüder an den Rhein, um die Abtei Eberbach zu gründen. Sie hatten vermutlich Reben im Gepäck. Nach der Devise „Bete und arbeite“ kümmerten sich die Mönche mit Hingabe auch um den Weinbau, der zunächst nur für ihren Eigenbedarf als Messwein gedacht war. Schnell aber gewann er Bedeutung als Handelsware, sicherte bald drei Viertel der Einnahmen des Klosters und trug entscheidend zu dessen Wachstum bei. Auch nach der Säkularisierung 1803, als das Kloster und seine Weinberge in Staatsbesitz übergingen, behielt es seine herausragende Stellung in Bezug auf den Weinbau bei.
Heute verfügt das Land Hessen über einen Weinbergsbesitz von 195 Hektar, der sich auf sechs Domänen verteilt, und es unterhält drei Kellereien: eine an der Hessischen Bergstraße, eine in Assmannshausen für Rotwein und eine in Eltville an der Schwalbacher Straße für Riesling. Dort wird bislang auch das Lesegut des Klosters Eberbach vergoren, aber Dieter Greiner hat einen
wegweisenden unterirdischen Neubau auf dem Grundstück des alten Gutshofs am berühmten Steinberg geplant, an dem inzwischen gearbeitet wird. Ingesamt umfassen die Hessischen Staatsweingüter 126 Hektar Riesling, wobei zum Kloster 50 Hektar gehören, die auf Buntschiefer, Lösslehm oder Mergel wachsen.
Im Jahre 1806 wurden erstmals die zweimal jährlich stattfinden Versteigerungen durchgeführt, bei denen Raritäten und Unikate unter den Hammer kommen, aber auch spezielle Füllungen der besten Klosterweine.
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