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Vom Pastis zum Caramany
Seit 20 Jahren ist Philippe Alengray, der in Montpellier sein Diplom als Önologe absolvierte, Kellermeister in Caramany. „So paradox es klingt, ich habe meine Laufbahn nicht in einer Weinkellerei begonnen, sondern in einer Destillerie in Saint-Genis-des-Fontaines und mich über knapp zwei Jahre mit der Destillation von Trestern und Heferückständen befasst.“
Zu seinen Aufgaben zählte es auch, einen Pastis zu mischen, den sein damaliger Boss in eigenen Geschäften in Luxemburg absetzte. Doch da Philippes Leidenschaft dem Wein gehörte, nahm er ein Angebot einer Genossenschaft aus dem Roussillon an, bevor sich fünf Jahre später die Chance bot, Chef de Cave von Caramany zu werden. „Ich wollte unbedingt in einer Kellerei arbeiten, die für ihre Weine gute natürliche Voraussetzungen besitzt“, betont er. Da ist er an die richtige Adresse geraten, denn Caramany hat ein ausgezeichnetes Terroir. Es besteht aus Hängen und Hochplateaus, die aus mehr oder weniger stark zersetztem Granit gebildet werden, nämlich aus Gneis und Granitsand; karge Böden mit hohem Mineralanteil, die Weine mit besonderer aromatischer Intensität und Eleganz schenken. Inzwischen arbeitet die Cave mit einer Selektion, die in den Weinbergen beginnt und die einzelnen Parzellen einstuft. Auf den für die Appellation Caramany Côtes du Roussillon Villages bestimmten Rebflächen müssen die Weinbauern einem Auflagenheft folgen, denn nur einwandfreie Trauben mit geringem Ertrag – er liegt in der Regel nur bei 30 bis 35 Hektoliter pro Hektar – werden dafür akzeptiert. Seit den 1990er Jahren ist die Kellerei mit zwei schmalen Fließbändern ausgerüstet, die das Lesegut aufnehmen und dem Kellermeister bis zum letzten Moment Gelegenheit geben, eventuell ungeeignete Trauben auszusondern.
„Es ist unsere Obsession in Caramany, weiche Tannine zu erhalten“, scherzt Philippe Alengray, aber dieser Stil ergibt sich bereits aus dem Terroir. Für den Château Mauléon begrenzt er die Zeit der Kohlensäure-Maischung auf acht bis zehn Tage, wobei die Temperatur im Tank nie 27°C übersteigt. Dann wird pneumatisch gepresst, um den oft noch nicht völlig vergorenen Most aus den ganzen Beeren zu erhalten, der dann unter strikter Temperaturkontrolle auf nur 21°C langsam zu Ende gärt, um seine ganze Frucht zu bewahren. Denn darum geht es Winzern und Kellermeister in erster Linie.
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