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Matteo Covazzi, ein Norditaliener auf Sizilien
Das Team rund um den Önologen Matteo Covazzi ist wie er um die dreißig Jahre jung. Alle sind engagiert, gilt es doch dem großen Namen der „Mutter“, der Kellerei Mezzacorona, alle Ehre zu erweisen. Das Areal rund um das Landgut Arancio diente früher der Esstraubenproduktion. Heute sind die neu bepflanzten Weinberge zu Höherem bestimmt: zu vollmundigen Weinen.
Einen cleveren Zug erwies die Trentiner Cantina Mezzacorona, als sie das Landgut in Sambuca errichtete. Das Gebäude ist der traditionellen südsizilianischen Bauweise nachempfunden, aber Stein für Stein komplett neu entstanden. Im Keller baut Matteo die Weine im kathedraleähnlichem Gewölbe aus. Die Abfüllung erfolgt im Trentin. Das erspart die Investition einer weiteren Abfüllanlage und ist dadurch auch umweltschonender, da die fertig ausgestattete Flasche nur noch aus dem Trentin in die nördlich gelegene Absatzmärkte geliefert werden muss.
Matteo ist in einer dem Wein gewidmeten italienischen Region geboren: Friuli Venezia Giulia. Schon als Kind interessierte er sich für den Weinbau. Zuerst half er bei der Weinlese, dann arbeitete er auch im Sommer und Winter in den Weinbergen. Infiziert vom Weinvirus studierte er Weinbau und Oenologie an der Hochschule und begeisterte sich so sehr dafür, dass er diese Fächer auch an der Universität studierte.
Dann entschied er sich, ins Ausland zu gehen. Er war zuerst in Israel, wo er seine Diplomarbeit über die phenolische Reife der roten Trauben abschloss. Anschließend zog es ihn nach Burgund, wo er über ein halbes Jahr Kellererfahrungen sammelte. Nachdem er die "Alte Welt" kannte, wollte er auch die "Neue Welt" anschauen und so reiste er nach Neuseeland. Dort half er dem Kellermeister in allen Phasen der Vinifizierung. Die große Gelegenheit kam ausgerechnet als er in Neuseeland war: Ein großes amerikanisches Weinunternehmen akzeptierte seine Bewerbung als 2. Kellermeister.
Seiner Meinung nach ist der entscheidende Faktor in punkto Weinqualität, dass die Trauben gesund sind. Deswegen schätzt er die Agronomen so sehr, deren Arbeit Trauben mit den besten Eigenschaften für die Vinifikation entstehen lässt. Die Möglichkeit, in einem großen und modernen Keller zu arbeiten, ermöglicht es ihm, in einer bestimmten Ruhe zu arbeiten.
Wichtig für die Weißweine sei die Kälte, so Matteo, da die Trauben manchmal eine Temperatur bis zu 35°C erreichen. Ein sanftes Pressen sei auch wichtig, um einen reduzierten Extrakt zu haben. Andernfalls wären in Sizilien die Weine zu strukturiert und weniger frisch.
Wichtig für die Rotweine sei es, die Weinberge ständig zu überwachen, um die Weinlese zum richtigen Zeitpunkt zu beginnen. Die Temperatur der Gärung muss kontrolliert werden um zu vermeiden, dass sie zu weit ansteigt und dem Wein Noten von gekochter Marmelade statt Frische verleiht.
Da die Oenologie für Matteo mehr eine Leidenschaft als eine exakte Wissenschaft ist, reizt ihn die Aufgabe, der Kellermeister für Feudo Arancio zu sein besonders. Es sei eine ganz andere Gegend als die, in der er geboren ist. Die Ansätze, die Beziehungen, alles sei anders. Die Techniken sind auch anders als im Norden und somit, so sagt er, kann er noch viel dazu lernen. Er ist für sechs Monate im Jahr auf Sizilien. Nicht alle sind so anstrengend wie die zwei Monate während der Weinlese. Das ermöglicht es ihm, auch noch unbekannte Orte zu entdecken. In seiner Freizeit zieht es Matteo nämlich mit dem Rucksack in die Berge.
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