Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Rueda
Das Anbaugebiet des Rueda erstreckt sich südlich von Valladolid über die karge und monotone Hochebene Kastilien-Léons auf einer Höhe von 600 bis 700 Metern und umfasst 73 Gemeinden.
Es wird von den Zuflüssen des Duero durchzogen, der seine nördliche Grenze bildet, und nur bei Torrecilla de la Abadesa überschreitet die Appellation den Fluss. Als Rueda 1980 als erstes Gebiet der Region zur Denominación de Origen erhoben wurde, galt diese zunächst nur für seinen Weißwein. Seit 2000 ist auch der Rotwein anerkannt, doch bleibt dessen Ruf noch hinter den Nachbarn Toro im Westen und Ribera del Duero im Osten zurück. Ingesamt stehen in Rueda 7.700 ha Reben in Ertrag, die zum größten Teil in der Provinz Valladolid liegen, aber sich auch auf die Provinzen Segovia und Avila erstrecken.
Karge, sandige und kiesige Böden, teils mit höherem Tonanteil durchsetzt und ein kontinentales Klima mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht sowie zwischen den heißen Sommern und den rüden Wintern bieten gute Voraussetzungen für qualitativ hochwertige Weine. Das besondere Plus Ruedas besteht aber im Verdejo, seiner spezifischen weißen Rebsorte, die ursprünglich aus Nordafrika stammt und im 11. Jahrhundert durch die Mozaraber in Kastilien eingeführt wurde. Die niedrig wachsenden Reben bringen kleine Trauben mit kleinen, dickschaligen Beeren hervor, die gut strukturierte Weine mit hohem Extrakt, ordentlicher Säure und würzigen Noten ergeben. Früher wurde der leicht oxidierende Most zu sherryähnlichen Weinen ausgebaut. Erst in den 70er Jahren entdeckte man aufgrund moderner, reduktiver Vinifikationsweise sein großes Potenzial für trockene und frische Weißweine.
Drei weitere weiße Sorten sind in der D.O. Rueda zugelassen: Sauvignon Blanc, der vor 30 Jahren im Gebiet eingeführt, schnell bewies, dass er in Rueda ausgezeichnet gelingt; Viura, erst im 20. Jahrhundert in Rueda eingeführt, hat sich als verlässliche Sorte vor allem in der Rioja und im Penedès bewährt und sorgt in der Assemblage für zusätzliche Frische; Palomino, die Sherry-Traube, ist ein Überbleibsel des früheren oxidativen Weinstils und darf nicht mehr nachgepflanzt werden. Heute gibt es rund 40, kellertechnisch bestens ausgerüstete Kellereien, die dafür sorgen, dass sich Rueda als einer der besten Weißweine Spaniens behauptet.
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