Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Jurançon
Am Rande der Pyrenäen, im Südwesten Frankreichs, unweit der Grenze nach Spanien, liegt die Grafschaft Béarn mit ihrer Hauptstadt Pau. In deren Schloss kam 1553 Henri IV. zur Welt.
Gleich nach der Geburt netzte man dem späteren König die Lippen mit Jurançon. Seither gilt der Weißwein, der südwestlich von Pau wächst, als legendär. Dass er heute den Status eines Kultweins genießt, ist weniger der Geschichte, sondern seinen Winzern und ihrem Qualitätsstreben zu verdanken.
Schon in den Jahren 1650, 1653 und 1704 klassifizierte das Parlament von Navarra die Lagen des Jurançon, nach Meinung seiner Winzer eine historische Premiere. Folglich zählte das kleine Gebiet südlich der Stadt Pau 1936 zu den allerersten Anwärtern auf die Appellation d’Origine Controlée, die kontrollierte Ursprungsbezeichnung und höchste französische Weinkategorie, die dem restsüßen Wein, dem Moelleux, zuerkannt wurde.
Die Winzer waren stolz auf diese Anerkennung, doch sahen sie sich im Weinberg oft mit einem unlösbaren Problem konfrontiert. Wenn sich zum Herbst nicht das typische, aber keineswegs garantierte Hoch mit den warmen Südwinden einstellte, erreichten die Trauben nicht die von der Appellation geforderte Überreife. Meist gelangen nur der Sorte Petit Manseng mit ihren dickschaligen Beeren und ihrem extrem niedrigen Ertrag entsprechende Zuckerwerte. Dagegen blieben die produktiveren Sorten Gros Manseng und Courbu oft deutlich unter Spätlese-Niveau. Was war zu tun?
Jurançon sec
Die Lösung bestand in der Kreation einer trockenen Alternative, und 1975 wurde der Jurançon sec anerkannt. Nicht nur führte dies augenblicklich zu einer Qualitätssteigerung des Moelleux, sondern den Winzern gelang bald ein hinreißender trockener Weißwein, der dazu beitrug, dass dem Jurançon der Aufstieg zu einer der gefragtesten Herkünfte Frankreichs gelang.
Das Anbaugebiet des Jurançon, in dem heute 1.000 Hektar Reben in Ertrag stehen, erstreckt sich über die Vorberge der Pyrenäen in Béarn und schließt 25 Gemeinden zwischen den Tälern der Gave de Pau und der Gave d’Oloron ein. Bestockt sind die nach Süden und Südwesten ausgerichteten Hänge, wo die sandigen, tonhaltigen Böden über einem Untergrund aus Kalk außerordentlich steinig sind. Der Föhn spielt zur Reifezeit eine große Rolle und oft werden die spät reifenden Hauptsorten Gros und vor allem Petit Manseng erst von Mitte Oktober an bis weit in den November gelesen, vor allem für Spät- und Trockenbeerenauslesen. Diese zählen mit ihrer eleganten Säure zu den besten edelsüßen Weinen Frankreichs.
Warenkorb: Sie haben noch keine Artikel in Ihrem Warenkorb.

















