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Rebsorte oder
Winzer
Das Rhônetal
Das Rhônetal ist nach dem Bordeaux-Gebiet die zweitgrößte Weinregion Frankreichs und eine der ältesten.
Nach der Gründung von Marseille um 600 v. Chr. durch die griechischen Phokäer begann sich der Weinbau von Süden nach Norden auszubreiten und erreichte unter den Römern das nördliche Flusstal. Besonders spektakulär hat sich die Rhône dort ihren Lauf zwischen Vienne und Tain-Hermitage gebahnt, wo die Ausläufer des Zentralmassivs im Westen und die der Alpen im Osten aneinander stoßen. So schuf der Fluss der Sonne zugewandte, vor dem Nordwind geschützte Steilhänge, auf denen Trauben optimal ausreifen. Die vorherrschende Bodenart an der nördlichen Rhône, der Rhône septentrional, wie die Franzosen sie nennen, besteht aus Granit oder Gneiss, aber auch Schiefer, Kiesel und Kalkstein kommen vor. Das Klima ist hier kontinental mit heißen Sommern und oft harten Wintern und bietet insbesondere der Syrah herausragende Bedingungen.
Unterhalb von Montélimar zeigt das Rhône-Tal ein ganz anderes Gesicht, es weitet sich und immense Rebflächen erstrecken sich weiter nach Süden. Hier regiert der Einfluss des Mittelmeers mit hohen Temperaturen im Sommer und milden Wintern, oft monatelanger Trockenheit, gleißendem Sonnenlicht und häufigem, meist heftigem Wind, dem Mistral, Faktoren, die vor allem dem Grenache entsprechen. Sand, Mergel und Löß bilden die Böden, aber charakteristisch sind die oft brotgroßen Kieselsteine, die im Quartär von den Alpen durch Gletscher ins Tal geschoben, dann von der Rhône weiter hinuntergespült wurden und sich in weiten, nicht selten meterstarken Schichten ablagerten.
Grenache noir ist die Seele des Tavel wie die aller Weine der südlichen Rhône. Doch in der kleinen, keine 1000 Hektar großen Appellation, einen Katzensprung von Avignon in Richtung Nîmes gelegen, wird er zu einer einmaligen Spezialität. Tavel steht ausschließlich für Rosé. Philipp der Schöne, mächtiger französischer Monarch, der Avignon 1309 zum Papstsitz machte, zollte dem Wein von Tavel seine Anerkennung, und auch die Gegenpäpste huldigten ihm. Später schenkte man ihn am Hof von Versailles aus, wo er zu den bevorzugten Weinen des Sonnenkönigs Ludwigs XIV zählte. So wurde er bereits 1936 als Appellation anerkannt und genießt auch in sofern einen Sonderstatus unter den Rosés, weil sich unter den insgesamt zehn zugelassen Rebsorten drei weiße befinden und ihm bis zu 10% weiße Trauben zugefügt werden dürfen.
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