Das Rhônetal
Das Rhônetal ist nach dem Bordeaux-Gebiet die zweitgrößte Weinregion Frankreichs und eine der ältesten.
Nach der Gründung von Marseille um 600 v. Chr. durch die griechischen Phokäer begann sich der Weinbau von Süden nach Norden auszubreiten und erreichte unter den Römern das nördliche Flusstal. Besonders spektakulär hat sich die Rhône dort ihren Lauf zwischen Vienne und Tain-Hermitage gebahnt, wo die Ausläufer des Zentralmassivs im Westen und die der Alpen im Osten aneinander stoßen. So schuf der Fluss der Sonne zugewandte, vor dem Nordwind geschützte Steilhänge, auf denen Trauben optimal ausreifen. Die vorherrschende Bodenart an der nördlichen Rhône, der Rhône septentrional, wie die Franzosen sie nennen, besteht aus Granit oder Gneiss, aber auch Schiefer, Kiesel und Kalkstein kommen vor. Das Klima ist hier kontinental mit heißen Sommern und oft harten Wintern und bietet insbesondere der Syrah herausragende Bedingungen.
Unterhalb von Montélimar zeigt das Rhône-Tal ein ganz anderes Gesicht, es weitet sich und immense Rebflächen erstrecken sich weiter nach Süden. Hier regiert der Einfluss des Mittelmeers mit hohen Temperaturen im Sommer und milden Wintern, oft monatelanger Trockenheit, gleißendem Sonnenlicht und häufigem, meist heftigem Wind, dem Mistral, Faktoren, die vor allem dem Grenache entsprechen. Sand, Mergel und Löß bilden die Böden, aber charakteristisch sind die oft brotgroßen Kieselsteine, die im Quartär von den Alpen durch Gletscher ins Tal geschoben, dann von der Rhône weiter hinuntergespült wurden und sich in weiten, nicht selten meterstarken Schichten ablagerten.
Auch die Ardèche zählt zur Weinregion der Rhône. Vier Gemeinden im Bezirk von Bourg-Saint-Andéol haben mit ihren 1260 Hektar Weinbergen Anrecht auf die Appellation Côtes-du-Rhône. Aber die Ardèche besitzt auch eine eigene AOC, die Côtes du Vivarais, die sich über ein Kalkplateau erstreckt, in das der Fluss Ardèche seine Schluchten hineingefressen hat. Die Weine müssen zur Hälfte aus Syrah bestehen, die auf diesem Terroir einen eigenen, sehr würzigen Charakter entwickelt und oft von Aromen der Wildheide und von schwarzem Pfeffer geprägt ist. Der größte Teil der Rebflächen entfällt aber auf die Landwein-Appellation Vin de Pays des Coteaux de l’Ardèche, die vor allem mit sortenreinen Weinen bekannt geworden ist, insbesondere mit Chardonnay und Sauvignon, Cabernet Sauvignon und Merlot, doch auch mit Viognier, Syrah und Pinot Noir.
Faszination Ardèche
Der Fluss Ardèche, der der ganzen Region den Namen gab, hat sich über Millionen von Jahren einen Weg durch das harte Kalkplateau gefressen, um bei Pont-Saint-Esprit in die Rhône zu münden. Dabei schuf er einen 30 Kilometer langen Canyon, die berühmten Gorges de l’Ardèche.
Deren Höhlen dienten seit Urzeiten Menschen als Behausung oder Versteck. In der Grotte Chauvet wurden 1994 prähistorische Malereien von Atem beraubender Schönheit entdeckt, die vor 32 000 Jahren entstanden, die ältesten der Welt. Die 420 Malereien der Höhle geben bis heute den Forschern diverse Rätsel auf. Um sie für die Nachwelt zu erhalten, kann die Grotte nicht besichtigt werden. Im nahen Vallon Pont d’Arc gibt es aber eine Ausstellung, die den Reichtum der Grotte in Film und Fotos vorführt. Einen Eindruck vermittelt aber be-reits der virtuelle Besuch: http://www.culture.gouv.fr/culture/arcnat/chauvet/fr/.
Wer eine grandiose Grotte erleben und – mit moderner Museumstechnik dargestellt – einen Eindruck vom prähistorischen Leben erhalten möchte, sollte Arven d’Orgnac besuchen (von Vallon Pont-d’Arc auf der D 579 nach Süden bis Barjac, dann auf der D 317 nach Os-ten bis zur Höhle). Vallon Pont-d’Arc ist der Ausgangspunkt für Kanufahrten und die Er-kundung der Gorges de l’Ardèche. Ganz in der Nähe überspannt der Pont d’Arc, ein von der Natur geschaffener Bogen, den Fluss. Traumhaft schön.
Exposition Grotte Chauvet
07150 Vallon Pont d’Arc
Tel. +33 475 37 17 68 Fax +33 475 88 19 52
cerpv.pontdarc@wanadoo.fr
www.prehistoireardeche.com
Aven d’Orgnac Grand Site de France
Grotte et Musée Régional de Préhistoire
07150 Orgnac l’Aven
Tel. +33 475 38 65 10 Fax +33 475 38 66 40
infos@orgnac.com
www.orgnac.com
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