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Rätselhafte Staufer-Burg
Von Bari, der Hauptstadt Apuliens, erreicht man in einer Stunde Fahrt das Castel del Monte. Schon von fern zeigt es sich auf seiner Kuppe und wirkt zunächst wie ein quadratischer Klotz.
Kommt man näher, erkennt man immer deutlicher seine faszinierende oktogonale Form, die noch durch die acht, ebenfalls achteckigen Türme betont wird. Zum nach Osten ausgerichteten Hauptportal führen zwei, auf einander zulaufende Treppen. Das exakt nach den Himmelsrichtungen platzierte Bauwerk verblüfft sowohl durch seine exakte Symmetrie wie durch die Qualität seiner Materialien. Die Mauern wurden aus glatten Kalksteinquadern errichtet, für die aufwändig gestalteten und mit korallenfarbigen Breccien verzierten Fenster und Torbögen nutzte man weißen Marmor.
Noch heute ein Rätsel
Friedrich II., Enkel Kaiser Barbarossas, gab den Bau des Castel 1240 in Auftrag. Über zehn Jahre zog sich dieser bis 1250 hin, so dass nicht sicher ist, ob er selbst es jemals vollendet sah, denn er starb im Dezember desselben Jahres. Bis heute gibt dieser außergewöhnliche Bau Rätsel auf. In seinem Innern liegen auf zwei Ebenen jeweils acht Trapez förmige Säle um den achteckigen Innenhof, die untereinander verbunden sind und vor allem im oberen Stock zum Teil große Fensteröffnungen aufweisen. Sie waren für die Zeit auf exquisite Weise mit Marmorarbeiten geschmückt, die später geplündert wurden und nur zum Teil bei der Jahrzehnte dauernden Restaurierung im letzten Jahrhundert ersetzt werden konnten.
Tiefe Symbolik des Oktogon
Bei dieser außerordentlich ausgefeilten und ästhetischen Anlage handelt es sich gewiss um keine – auf Verteidigung ausgerichtete – Burg, dazu fehlen obendrein sämtliche militärischen Attribute. Selbst zu einem längeren Aufenthalt des Kaisers und seines Gefolges konnte das Castel kaum dienen, denn wo hätten Diener, Soldaten und Pferde untergebracht werden sollen? Oft wurde es als Jagdschloss ausgegeben, aber dazu war seine Ausführung zu ausgefeilt und erlesen. Am ehesten lässt es an einen sakralen Bau denken. Aufgedeckt wurde, dass das zugrunde gelegte Oktogon eine tiefe Symbolik birgt, die sich mit Zahlmystik und kosmischen Vorstellungen der Astrologie deckt. Dies passt durchaus auf den Kaiser, der als undogmatischer Denker galt und sich lebhaft für arabische Philosophie interessiert hatte.
Aktuelle Öffnungszeiten unter: www.castellipuglia.org/en/monte.html
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