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2008: Schafskälte, Verrieselung und kleinbeerige Trauben
Vater Franz Künstler legte in Hochheim den Grundstein. Seither ist das Gut für seine hochfeinen und eleganten Rieslinge und Spätburgunder berühmt. Sohn Gunter Künstler trat in Vaters Fußstapfen. 1996 erwarb er einen großen Anteil hochqualitativer Weinbergslagen wie Domdechaney, Kirchenstück, Hölle und Stielweg in Hochheim.
Die Weine des Jahrganges 2008 sind von besonderer Güte. Bereits der Winter 2008 prägte den Jahrgang. Es war der kälteste Winter im Rheingau seit 1996/1997. Die Temperatur im Januar bewegte sich vorwiegend im Minusbereich, was den Rebstöcken aber nicht schadete. Nach einem späten Frühjahr, das wieder im Normalbereich lag, kam ein launischer April. Werte, die eigentlich für den Sommer typisch sind, ließen das Wachstum der Reben explodieren. Ende April kühlte es deutlich ab. Im Mai war ein stetiger Wechsel zwischen warmen und kalten Temperaturen zu verzeichnen. Ein radikaler Rückgang der Temperatur Anfang Juni und die Schafskälte verzögerten die Blüte. Dadurch kam es zu starken Verrieselungen, die eine deutliche Ertragsreduzierung mit sich brachten. Ungewöhnlich lang verlief die Blütedauer. Der Juni war sehr niederschlagsreich und das Auf und Ab der Temperaturen setzte sich im Juli fort. Die anschließenden Monate brachten das ersehnte Reifewetter, die Mostgewichte kletterten in die Höhe. Es wurden kleinbeerige Trauben mit hohem Extrakt und vitaler Säure geerntet.
Die Trauben für diesen Spätburgunder stammen aus den Spitzenlagen westlich von Hochheim, welche durch ihre exponierte Lage nahe der Mündung von Main und Rhein zu den wärmsten im Rheingau zählen. Nach der Maischestandzeit reifte der Wein im kleinen französischen Holz sowie im traditionellen Stückfass. Der Spätburgunder brachte 93° auf die Mostgewichtswaage und ist mit einem Alkoholgehalt von 14,0 % Vol. ein ausdrucksstarker und hochwertiger Premium-Wein.
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