Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Königlicher Weißer
Nicht weniger berühmt als die hoch aufragenden Geschlechtertürme von San Gimignano ist sein aus Vernaccia gekelterter Weißwein. Bereits im frühen Mittelalter soll man ihn an Königshöfen kredenzt haben. Nach wie vor ist er der bekannteste toskanische Bianco. Beispielhaft ist die Qualität, die auf dem Gut Casa Rossa entsteht, wo man sich ihm mit großer Begeisterung widmet.
Vernaccia – auf Deutsch einheimisch – ist ein Name, der vom äußersten Süden Italiens bis in seinen Nordosten immer wieder Rebsorten bezeichnet, die miteinander nicht verwandt sind. Die Vernaccia von San Gimignano macht ihrem Namen allerdings Ehre, denn sie scheint tatsächlich eine autochtone Sorte dieses toskanischen Anbaugebiets, nordöstlich von Siena, zu sein. Nachweislich seit 1276 bezeugt, und in der Renaissance als feinster Weißwein Italiens gerühmt, wurde ihr die Ehre zuteil, als erster Wein Italiens 1966 zur DOC erhoben zu werden. Das rettete sie damals vor dem Untergang, denn in den Rebbergen hatte sie den leichter anzubauenden Sorten Trebbiano und Malvasia weitgehend Platz machen müssen.
Heute wissen Winzer wie die Familie Chiti den Charakter der Vernaccia wieder zu schätzen. Inzwischen stehen nicht nur bessere Klone zur Verfügung, sondern Alessandro und Andrea Chiti verstehen es auch, die Erträge zu meistern und gesunde, reife Trauben zu ernten. Die werden nach der schonender Pressung im Stahl- oder Zementtank unter Kontrolle der Temperatur langsam vergoren und im Frühjahr des darauf folgenden Jahres abgefüllt. Auf diese Weise bewahren sie nicht nur die gute Lebendigkeit und die fruchtigen Aromen der Vernaccia, sondern auch den angenehmen, leicht herben, an Bittermandeln erinnernden Nachklang, der ihr Markenzeichen ist.
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