Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Sizilianischer Star
Nero d’Avola – was wie ein vornehmer Adelstitel klingt – heißt übersetzt "der Schwarze aus Avola". Über Jahrhunderte von den Winzern der Stadt Avola am Südostzipfel Siziliens selektiert, ist diese Rotweinsorte heute der Star der Insel. In dem besonders heißen und trockenen Klima von Avola kelterten die einheimischen Winzer aus ihrer bevorzugten Sorte zum Einen einfache Alltagsweine, zum Anderen ausgesprochen kräftige, schwere, tiefschwarze und alkoholreiche Monster, die in Norditalien, aber auch in Frankreich gefragt waren, um dortigen Dünnlingen Farbe und Rückgrat zu schenken. Einen wirklichen Umschwung gab es erst in den 1990er Jahren, als den Sizilianern – und Önologen anderer Regionen Italiens – bewusst wurde, dass der Nero d’Avola mit mehr Aufmerksamkeit behandelt, verblüffende Qualitäten zu liefern vermag.
Von diesem Zeitpunkt trat er seinen Siegeszug an, eroberte Rebflächen in den meisten Anbauregionen der Insel, vor allem aber im Westzipfel und stieg zu ihrer wichtigsten Rotweinsorte auf. Hatte man ihn anfangs nur im Verschnitt mit anderen Sorten, vor allem Merlot und Cabernet Sauvignon eingesetzt, fand man nun bald heraus, dass er für sich allein vinifiziert, ein ganz eigenes und sehr attraktives Profil entwickelte.
Dies faszinierte auch den Lombarden Luigi Avogadri, so dass er nach Lagen suchte, auf denen der Nero d’Avola seine Frucht besonders intensiv zum Ausdruck bringt und schon in jugendlichem Stadium mit angenehmer Trinkreife überzeugt: auf den Höhen im Hinterland von Marsala.
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