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Winzer
Der fröhliche Wein der Musketiere
Es sind nicht die berühmten Haudegen der Gascogne, die deren erfolgreichsten Wein aus der Taufe gehoben haben, sondern ihre nicht weniger einfallsreichen und wagemutigen Nachfolger im Land des Armagnac.
Colombard
Sie entdeckten, dass die Sorte Colombard, über die Cognac- und Armagnacbrenner die Nase rümpften, weil ihre Beeren nicht sauer genug und zu zuckerreich waren, sich vorzüglich zu einem modernen Weißwein eigneten. Seither feiert der Colombard-Wein mit seiner frischen Frucht, seiner Süffigkeit und der anregenden Säure Triumphe.
Gilles und Janine Baumann gehören zu den Wegbereitern des trockenen, fruchtbetonten, sortenreinen Colombard und verstehen es, ihm Jahr um Jahr erneut sein sympathisches Profil zu geben. Es gefällt dieser Sorte auf den sehr kalkreichen Hochplateaus und den der Sonne zugewandten Hängen des Gers, wo sie nach Sauvignon Blanc und Gros Manseng reift. Um ihre klare Frucht und makellose Reintönigkeit zu gewährleisten, ist Präzisionsarbeit verlangt. Sie beginnt um drei Uhr morgens bei der Lese. Schon im Weinberg trennt die Maschine die Beeren von den Rappen und schützt sie unter Kohlensäure, damit sie ohne Luftkontakt die Kellerei erreichen. Dort pumpt sie Gilles Baumann in spezielle Elite-Tanks, in denen die Beeren fünf bis acht Stunden in ihrem eigenen Saft mazerieren. Diese Macération pelliculaire (oder Skin Contact) genannte Technik entzieht den Schalen ein Maximum an Aromen. Die Tanks sind mit Membranen ausgerüstet, die nach der Mazeration unter sanften Druck gesetzt werden, der die Beeren zerquetscht. „Auf diese Weise können wir über 55 Prozent des Mostes ablaufen lassen“, erklärt Gilles. „Dies ist ein Most, der durch die Beeren selbst filtriert wird und keine groben Trubstoffe besitzt, da er nicht aufgerührt wurde. Dann öffnen wir die Tanks unten und mit einer großen Schraube befördern wir den Rest in die pneumatische Presse.“ Auch dort lässt er Behutsamkeit walten, um dann den Pressmost mit dem Ablaufmost zu vereinen.
Anschließend wird der Most in einem gut isolierten Kellerraum auf 6 °C heruntergekühlt. „Dann stoppen wir die Kälte und lassen die Temperatur langsam ansteigen, so dass wir nach 8 Tagen auf 10–11 °C sind. Nach der Vorklärung lancieren wir die Gärung“, erläutert Gilles. Bei niedriger Temperatur bewahrt der Wein seine intensiven, frischen, an Zitrus- und exotische Früchte erinnernden Aromen. Geschützt unter Kohlensäure wartet er dann darauf, abgefüllt zu werden. Dies ist meist im Dezember, in frühreifen Jahren auch schon im November der Fall, so dass er als einer der ersten Weine des neuen Jahrgangs in die Depots kommt.
Der 2009er bekam eine Bronze-Medaille beim Concours Général de Paris 2010 verliehen - Herzlichen Glückwunsch!
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