Herkunft (Region) oder
Rebsorte oder
Winzer
Hoch hinaus mit Riesling
Als im neu errichteten Keller in Türckheim die Winzergenossen 1956 ihre erste Lese kelterten, reichten die Rieslingtrauben nicht aus, einen einzigen Tank zu füllen. Heute ist der Riesling eines der Aushängeschilder der renommierten Cave.
Am Ende des Münstertals haben sich zwischen Türckheim und Colmar Sand und Kiesel abgelagert, eine Bodenart, die dem Riesling bestens behagt. „Da reifen die Trauben früh“, schwärmt Kellermeister Michel Lihrmann „und besitzen viel Frische und Geschmack. Dabei haben sie eine gute Säure, die nicht zu bissig ist.“ Um das Niveau zu erreichen, um das es ihm geht, arbeitet er mit diversen Selektionen und die Winzer werden nach Qualität bezahlt. Sie erhalten für ihre Trauben einen Minimalpreis, je nach Qualität kommen Prämien dazu. Mit dieser Politik hat die Genossenschaft ihre Mitglieder davon überzeugt, besser zu arbeiten und die Erträge in Zaum zu halten. Das ganze Jahr über steht ihnen ein Weinbauingenieur mit seinem Rat zur Seite. Gemeinsam mit Kellermeister Lihrmann bestimmt er, wann welche Parzelle gelesen wird.
Am Tag nimmt die Cave nicht mehr als zwei verschiedene Rebsorten in Empfang, aber sie kann achtzehn verschiedene Selektionen machen. Nehmen wir den Riesling als Beispiel. Einer hat 11 Grad, ein anderer 12, einer ist mit der Maschine gelesen, der andere mit der Hand, der eine kommt vom Kalkmergel, der andere von Kieselböden, der eine von jungen, der andere von alten Rebstöcken. Dann werden die Trauben je nach Qualität entrappt oder nicht und alle werden getrennt vinifiziert. Zum Beispiel entscheidet Michel Lihrmann, dass ein Hand gelesener Riesling mit 11 % potenziellem Alkohol sich für Jacques’ eignen würde. So vergärt er den Wein separat, baut ihn bis zum März auf den Feinhefen aus. Dann probiert er alle Weine, überprüft, wie sie sich entwickelt haben und welche Tanks miteinander assembliert, welche getrennt gehalten werden. Er weiß genau, was er will. „Ich möchte sehr feine, fruchtige Weine erhalten, denn das ist unser Stil.“ Und typisch elsässich.
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