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Das neue Gesicht des Verdicchios
Verdicchio ist eine autochtone Rebsorte der Region Marken. Sein größtes und bekanntestes Anbaugebiet liegt in der Provinz Ancona an der Adria und konzentriert sich auf das Gebiet von Castelli di Jesi, das für die Appellation Pate stand.
Geschichte dieses Weins
Obschon seit dem 14. Jahrhundert bekannt, war der Verdicchio ein Weißwein wie viele andere in Italien. Oft wurde er mit den Schalen vergoren, was ihm eine kräftige Struktur verlieh oder man fügte ihm nach der Gärung den Most rosinierter Trauben zu, was ihn zum Perlen brachte und ihm Restsüße erhielt. Er blieb über die Jahrhunderte eine Lokalgröße, die die Bauern handwerklich und hauptsächlich für sich und ihre Familie erzeugten. Bekannt wurde der Verdecchio durch das Weinhaus Fazi Battaglia, das ihn in eine amphorenförmige Flasche füllte und sein Etikett im Stil eines Pergaments gestaltete.
DOC und neue Kellertechniken
In den 60iger Jahren des 20. Jahrhunderts gab es einen neuen Ansatz, der dazu führte, dass sich mehr und mehr Landwirte auf Weinanbau spezialisierten und sich um bessere Qualität bemühten. Belohnt und gefördert wurde diese Initiative durch die Verleihung des DOC-Status 1969. Ab den 80iger Jahren führte moderne Kellertechnik dazu, dem Verdicchio ein ganz neues Gesicht zu geben. Aktiven Anteil an dieser Entwicklung nahm die Genossenschaft Moncaro.
Reduzierter Ertrag
Ihr international prämierter Le Vele, den sie 1995 zum ersten Mal herausbrachte, basiert auf einer Selektion von Weinbergen aus dem Kerngebiet der DOC, der Classico-Zone. Darunter befinden sich bis zu 30 Jahre alte Anlagen mit der traditionellen Pflanzdichte von 1.700 Stöcken pro Hektar, aber auch jüngere Pflanzungen, deren Dichte bis 3.000 Stöcke erreicht. Die Weinberge, deren Böden aus Sand und Lehm bestehen, liegen auf Höhen von 250 bis 400 Metern. Der Ertrag wird von Moncaro penibel überwacht, denn man beschränkt ihn auf etwa 11 Tonnen Trauben pro Hektar statt der erlaubten Höchstmenge von 15 Tonnen.
Maximum an Aromen mit natürlicher Säure
Bei der Vinifikation achtet Önologe Giuliano D’Ignazi darauf, dass es keinen Kontakt mit der Luft gibt, um jegliche Oxidation zu vermeiden. Dies geschieht, indem zunächst der Most und dann der Wein unter inaktivem Gas gehalten werden. Nach der sanften pneumatischen Pressung und dem Absetzen der Trübstoffe wird die Gärung durch spezifische Reinzuchthefen in Gang gesetzt und vollzieht sich langsam und schonend auf der sehr niedrigeren Temperatur von 15 °C. So gelingt es, dem Wein ein Maximum an Aromen zu erhalten, was aus dem einst neutralen Verdicchio einen intensiven, Frucht betonten Weißwein macht, dessen natürliche Säure ihm zudem eine angenehme Frische verleiht.
Der 2010er Jahrgang bekam beim internationalen Weinpreis Mundus Vini Gold.
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